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	<title>unterdrei &#187; Bundestagswahl 2009</title>
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	<description>Von 2007 bis 2009 war dies das gemeinsame Blog und Portfolio dreier Online-Journalismus-Studenten zu Netz, Print und Crossmedia.</description>
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		<title>Vor der Wahl ist w&#228;hrend der Wahl</title>
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		<pubDate>Mon, 28 Sep 2009 20:58:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kersten</dc:creator>
				<category><![CDATA[Praxis]]></category>
		<category><![CDATA[Akkreditierung]]></category>
		<category><![CDATA[Berlin]]></category>
		<category><![CDATA[Bundestagswahl 2009]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Live-Bericht]]></category>

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		<description><![CDATA[Deutschland vollf&#252;hrt den schwarz-gelben Richtungswechsel, die SPD ist in weite Ferne ger&#252;ckt. Dieser subtile Vorbote des amtlichen Endergebnisses der deutschen Bundestagswahl 2009 – er klebte schon am Boden des Willy-Brandt-Hauses, bevor die erste Hochrechnung kam. Mindestens genau so lange vorbereitet wie die Wahlparty der SPD, war auch die Berichterstattung f&#252;r derStandard.at, die Tobi und ich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignnone size-full wp-image-505" title="Photo: Kersten A. Riechers" src="http://unterdrei.net/blog/wp-content/uploads/2009/09/20090928_btw09_spd1.jpg" alt="Photo: Kersten A. Riechers" width="582" height="333" /></p>
<p>Deutschland vollf&#252;hrt den schwarz-gelben Richtungswechsel, die SPD ist in weite Ferne ger&#252;ckt. Dieser subtile Vorbote des amtlichen Endergebnisses der deutschen Bundestagswahl 2009 – er klebte schon am Boden des Willy-Brandt-Hauses, bevor die erste Hochrechnung kam.</p>
<p>Mindestens genau so lange vorbereitet wie die Wahlparty der SPD, war auch die Berichterstattung f&#252;r derStandard.at, die Tobi und ich gestern aus Berlin &#252;bernehmen durften. Einen Tag lang haben wir die Wahl an verschiedenen Stellen der Hauptstadt begleitet. Angefangen beim <a href="http://unterdrei.net/2009/09/is-doch-noch-den-janzen-tach-zeit/" target="_self">Kiosk an der Ecke</a>, weiter zum <a href="http://unterdrei.net/2009/09/der-wahlspaziergang/">Wahllokal</a> vorbei an <a href="http://unterdrei.net/2009/09/berlin-ist-nicht-deutschland/">untypischen Wahlplakaten</a> hin zur Vorbereitung der <a href="http://unterdrei.net/2009/09/coole-location-cooles-ergebnis/">Wahlparty</a> bis schlie&#223;lich zum <a href="http://derstandard.at/fs/1252771555891/Livebericht-Enttaeuschung-in-der-SPD-Zentrale---Jubel-bei-FDP">Live-Bericht</a> aus der <a href="http://twitter.com/intstandardat/status/4420243345" target="_blank">Parteizentrale</a>.</p>
<p>Die Lehren und Einblicke eines solchen Tages will ich an dieser Stelle gerne teilen.</p>
<p><strong>Wiki-wiki – schnell, schnell !<br />
</strong>Schon in einigen Projekten zuvor haben wir es lieben gelernt und k&#246;nnen es gar nicht oft genug empfehlen: Das Wiki. Nimmt man eine simple Variante wie das DokuWiki, ist es schnell aufgesetzt und einsatzf&#228;hig.</p>
<p>Gerade weil wir nicht in einer festen B&#252;rostruktur zusammenarbeiten, hat uns das Wiki geholfen, Hintergrundinfos, Statistiken und Fundst&#252;cke an zentraler Stelle zu sammeln. So konnten wir von unterwegs sehr schnell etwa auf gesammelte Statistiken zur&#252;ckgreifen und mussten diese nicht zeitraubend recherchieren.</p>
<p><strong>Wo, wann und wie schnell?</strong><br />
So dr&#246;ge es auch scheint: Zeit- und Routenplanung sind das R&#252;ckgrat. Unsere Aufgabe war es, in wenigen Stunden an so vielen Orten wie m&#246;glich Stimmung und Meinungen einzuholen. Nachdem wir unsere wichtigsten Stationen definiert hatten (Wahllokal, Wahlpartys, besondere Wahlkreise), haben wir uns den Stadtplan geschnappt und die Etappen geographisch sinnvoll aneinander gepappt. Dazwischen immer sch&#246;n Luft f&#252;rs Schreiben.</p>
<p>Die im Wiki abgelegten Adressen waren direkt mit Google Maps verlinkt, sodass das schlaue Mobiltelefon sofort die F&#252;hrung &#252;bernehmen konnte. Was beim n&#228;chsten Mal noch besser gehen kann: Nicht nur die exakten Adressen, sondern auch umliegende U- und S-Bahnstationen recherchieren.</p>
<p><strong>Alles da, wenn auch wir da sind?</strong><br />
Akkreditierungen sind nicht gleichzeitig die Garantie auf einen Online-Zugang. Wer nicht ohnehin mit seinem eigenen UMTS-Zugang unabh&#228;ngig ist, sollte sp&#228;testens bei der Akkreditierung nachfragen, welches dreiseitige Dokument zu unterschreiben ist, bevor einem gn&#228;dig das WLAN ge&#246;ffnet wird. Bei besonders gro&#223;en staatstragenden Organisationen (nat&#252;rlich nicht die CDU, neeein) werden Anmeldungen bisweilen auch nach zweimaligem Akkreditieren nicht wiedergefunden – da hilft nur Nachfragen.</p>
<p><strong>Zu zweit ist besser.</strong><br />
Der Multifunktionsjournalist ist mehr Utopie als Zukunft. Mag es auch Luxus gewesen sein, dass wir im Zweier-Team unterwegs waren, f&#252;r die Qualit&#228;t war es sicherlich ein Muss. Es ist einfach nicht m&#246;glich, gleichzeitig Photos zu machen, mitzuschreiben und auf das Gesagte zu achten. Wer das versucht, vernachl&#228;ssigt mit Sicherheit mindestens eine der Komponenten.</p>
<p>Dass wir als Online-Journalisten f&#252;r s&#228;mtliche Medien und Formate ausgebildet werden, ist dabei kein Widerspruch. Gerade durch die interdisziplin&#228;re Ausbildung konnten wir je nach Situation die Rollen von Photograph und Texter wechseln, oder mit der Redaktion kommunizieren, w&#228;hrend der andere die Bilder bearbeitete. F&#252;r das Redigieren liegen die Vorteile sowieso klar in vier H&#228;nden.</p>
<p><strong>Onlinesein!<br />
</strong>Mehrmals haben wir die Orte gewechselt – nat&#252;rlich nicht nur nach Plan. Flexibilit&#228;t ist f&#252;r einen Journalisten selbstverst&#228;ndlich. Die Mittel m&#252;ssen es aber auch sein. Ohne den mobilen Internetzugang w&#228;ren wir um einiges langsamer gewesen und h&#228;tten manches wom&#246;glich nicht entdeckt. Was Endger&#228;te und Datenflatrates betrifft, ist aber gerade in Deutschland noch viel Luft nach oben. <strong> </strong></p>
<p>Alte Journalistenhasen m&#246;gen hier vielleicht nur zustimmend nicken, angehenden Journalisten oder in der Ausbildung steckenden – so wie wir selbst auch – m&#246;gen unsere Erfahrungen  vielleicht aber auch der eine oder andere Gedankenansto&#223; sein. Oder wie steht&#8217;s mit eurer Erfahrung?</p>
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		<title>Der Wahlspaziergang</title>
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		<pubDate>Mon, 28 Sep 2009 17:29:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tobias</dc:creator>
				<category><![CDATA[Portfolio]]></category>
		<category><![CDATA[Text]]></category>
		<category><![CDATA[Berlin]]></category>
		<category><![CDATA[Bundestagswahl 2009]]></category>
		<category><![CDATA[CDU]]></category>
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		<category><![CDATA[Wahl]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlkreis Pankow]]></category>

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		<description><![CDATA[„Ob hier schon was los war? Da m&#252;sst ihr sp&#228;ter kommen“, sagt Wahlhelfer Falk Berndt, 34 und lacht. Vor 14 oder 15 Uhr ginge in diesem Stadtteil kaum einer w&#228;hlen. Zusammen mit f&#252;nf weiteren Wahlhelferinnen und Wahlhelfern sitzt Berndt in einem Klassenraum der K&#228;the-Kollwitz-Oberschule im Wahlkreis Pankow. Die Wahlhelfer arbeiten in zwei Schichten. Eine fr&#252;h, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignnone size-full wp-image-483" title="Copyright: derStandard.at / Kersten A. Riechers" src="http://unterdrei.net/blog/wp-content/uploads/2009/09/20090927_wahllokal_pankow_btw09.jpg" alt="Copyright: derStandard.at / Kersten A. Riechers" width="582" height="333" /></p>
<p>„Ob hier schon was los war? Da m&#252;sst ihr sp&#228;ter kommen“, sagt Wahlhelfer Falk Berndt, 34 und lacht. Vor 14 oder 15 Uhr ginge in diesem Stadtteil kaum einer w&#228;hlen. Zusammen mit f&#252;nf weiteren Wahlhelferinnen und Wahlhelfern sitzt Berndt in einem Klassenraum der K&#228;the-Kollwitz-Oberschule im Wahlkreis Pankow. Die Wahlhelfer arbeiten in zwei Schichten. Eine fr&#252;h, eine sp&#228;t. Sie geben Stimmzettel aus und haken ab, wer sein Kreuz gemacht hat.</p>
<p>Pankow ist nicht gerade repr&#228;sentativ f&#252;r Deutschland. „Doch welcher Wahlbezirk ist das schon“, fragt einer der Wahlhelfer. In der N&#228;he von Essen g&#228;be es ein Dorf, das immer ganz nah am am bundesweiten Endergebnis dran sei.</p>
<p>2005 lag in Pankow die SPD vorne. Sie gewann 34,6 Prozent der Stimmen, gefolgt von der Linkspartei mit 24,4 Prozent. Die CDU? Abgeschlagen mit lediglich 14,4 Prozent. Und h&#228;tte allein dieser Bezirk im Osten Berlins &#252;ber die Zusammensetzung des Bundestages entschieden, die FDP w&#228;re mit 5,7 Prozent fast an der F&#252;nf-Prozent-H&#252;rde und damit am Einzug ins Parlament gescheitert.</p>
<p>Und heute? Demoskopen gehen davon aus, dass derzeit noch 40 Prozent der W&#228;hler unentschlossen sind, wo sie ihr Kreuz machen sollen. Was also mag einem W&#228;hler auf dem Weg zur K&#228;the-Kollwitz-Oberschule durch den Kopf gehen?</p>
<p>Merkel war nicht schlecht, aber auch nicht gut. Die SPD ist zu rechts, die Linken zu links, die Gr&#252;nen zu gr&#252;n und &#252;berhaupt: Von Wirtschaft haben die doch keine Ahnung. Dabei ist doch Krise. Also Stammw&#228;hlen? Wechselw&#228;hlen? Stell dir vor, Guido Westerwelle wird Au&#223;enminister. Stell dir vor, Frank-Walter Steinmeier bleibt Au&#223;enminister. Wieder Gro&#223;e Koalition. Willst du das? Ja? Dann w&#228;hle Gr&#252;n. Taktisch klug. Ist das &#220;berzeugung? Ist das noch Demokratie? Also lieber gleich ung&#252;ltig w&#228;hlen? Aus Protest. Protestwahl! Bin ich WIR? Weg mit Hartz IV! Links? Rechts? Ruck? Zu radikal. Also Volksparteien w&#228;hlen. Aber wie viel Volkspartei steckt noch in den Volksparteien? Kann angesichts dieser Umfragewerte &#252;berhaupt von Volksparteien gesprochen werden? Die Kinder, die Steuern, die Schulden, die Krise, die Krise, die Krise, das Geld, die Zukunft und Opel und Umwelt. Atom und Lobby, Fernsehduell und Afghanistan. Und wer sind eigentlich diese Piraten?</p>
<p>Wir fragen die, die gerade gew&#228;hlt haben. „Erststimme Thierse, Zweitstimme CDU“, verr&#228;t uns ein junger Familienvater. Wolfgang Thierse (SPD), von 1998 bis 2005 Pr&#228;sident des Deutschen Bundestages und seit 2005 Vizepr&#228;sident, wohnt gleich um die Ecke in der Knaackstra&#223;e. Einer aus dem Kiez. Einer, der anerkannt wird. 2005 gewann er &#252;ber 40 Prozent der Erststimmen. Wirklich aus &#220;berzeugung habe er nicht gew&#228;hlt, erz&#228;hlt uns der Mann. Der Wahl-O-Mat habe schlie&#223;lich den Ausschlag gegeben – „auch wenn da ganz kuriose Parteien vorne mit dabei waren.“ Er w&#252;nscht sich den Fortbestand der Gro&#223;en Koalition. Das sei doch gar nicht so schlecht gewesen.</p>
<p>Die wenigen &#228;lteren Menschen, die ins Wahllokal kommen, wollen uns nicht sagen, wen sie w&#228;hlen. Anders Mattia Bier. „Gr&#252;n, Gr&#252;n, Gr&#252;n“, sagt die junge Frau noch ehe wir unsere Meinungsforscherfrage beenden k&#246;nnen. Sie w&#228;hlt aus &#220;berzeugung. Keine taktischen Spielchen. So k&#246;nne Demokratie doch nicht funktionieren, meint sie. Dass die Chancen auf eine Regierungsbeteiligung der Gr&#252;nen von den Demoskopen als gering eingestuft werde – Mattia Bier zuckt mit den Schultern. „Ich glaube fest daran, dass die Gr&#252;nen an einer neuen Regierung beteiligt sind“, sagt sie und f&#228;hrt mit dem Fahrrad in den Wahlsonntag.</p>
<p>970 Menschen k&#246;nnten heute theoretisch in einer der zwei Wahlkabinen im Klassenraum ihr Kreuz machen. Doch dass die alle kommen – daran glaubt im Wahllokal niemand. Kristin Pfeiffer, 23, hilft bereits zum zweiten Mal. Sie hat sich ein Buch mitgenommen, ihre Nachbarin macht Kreuzwortr&#228;tsel. Ab 18 Uhr werden sie die Stimmzettel ausz&#228;hlen und das Ergebnis telefonisch weitergeben.</p>
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		<title>„Is&#8216; doch noch den janzen Tach Zeit“</title>
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		<pubDate>Mon, 28 Sep 2009 17:10:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kersten</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Clubs haben die letzten jungen Menschen ausgespuckt. Nach einer durchtanzten Nacht wanken sie &#252;ber das Berliner Kopfsteinpflaster. Es ist Wahlsonntag in Berlin. In Deutschland. Neun Uhr. Seit einer Stunde haben die Wahllokale ge&#246;ffnet. Die Urnen stehen bereit und warten auf Stimmzettel. Der blaue Himmel-Sonnenschein spricht f&#252;r eine hohe Wahlbeteiligung. Die Prognosen hingegen f&#252;r die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignnone size-full wp-image-489" title="Copyright: derStandard.at / Kersten A. Riechers" src="http://unterdrei.net/blog/wp-content/uploads/2009/09/btw09_kiosk_wahllokal_pankow-1867.jpg" alt="btw09_kiosk_wahllokal_pankow-1867" width="582" height="333" /></p>
<p>Die Clubs haben die letzten jungen Menschen ausgespuckt. Nach einer durchtanzten Nacht wanken sie &#252;ber das Berliner Kopfsteinpflaster. Es ist Wahlsonntag in Berlin. In Deutschland. Neun Uhr. Seit einer Stunde haben die Wahllokale ge&#246;ffnet. Die Urnen stehen bereit und warten auf Stimmzettel. Der blaue Himmel-Sonnenschein spricht f&#252;r eine hohe Wahlbeteiligung. Die Prognosen hingegen f&#252;r die niedrigste seit Jahren.</p>
<p>Eine junge Familie steht vor einem Eckkiosk im Stadtteil Prenzlauer Berg und schaut auf den Zeitungsst&#228;nder. „Klar haben wir schon gew&#228;hlt“, sagen Vater und Mutter unisono und tun gerade so, als sei das normal f&#252;r diese Uhrzeit und dieses Land.  Die Zeitungsmacher scheinen da schon besorgter zu sein, die Schlagzeilen sprechen eine klare Sprache:</p>
<p>„Wir haben die Wahl“, titelt der Tagesspiegel; die Berliner Morgenpost &#228;hnlich: „Deutschland hat die Wahl“. Die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung scheint gerade zu ungeduldig: „Endlich d&#252;rfen die Deutschen w&#228;hlen“. Und die beiden lokalen Boulevardbl&#228;tter appellieren an die Leser: „Bitte gehen Sie w&#228;hlen“ fordert die B.Z. und der Berliner Kurier wortwitzelt: „Heute alle hier aufkreuzen“.</p>
<p>Ein Mann mit Drei-Tage-Bart und Vier-Tage-Hemd steht rauchend daneben. Er sieht das um einiges gelassener: „Is&#8216; doch noch den janzen Tach Zeit.“ Ob er denn w&#228;hlen geht? „Wahrscheinlich“.</p>
<p>Genau so ernst nimmt die Wahl auch Deutschlands gr&#246;&#223;te Boulevardzeitung Bild: „Wer lacht heute Abend?“, fragt sie auf ihrer Seite Eins.</p>
<p>Was um 18 Uhr sein wird, wenn in ganz Deutschland die ersten Hochrechnungen im Fernsehen gezeigt werden, das ist unklar. Die SPD, soviel scheint klar, wird ein Debakel erleben. Matthias Jung, Chef der Forschungsgruppe Wahlen, erwartet “ein Fiasko” f&#252;r die SPD. Er rechne fest mit einer “knappen, aber sicheren Mehrheit” f&#252;r Schwarz-Gelb meldete am Samstag der Tagesspiegel.</p>
<p>Das sieht auch der Kioskbesitzer im Prenzlauer Berg so. Er erwartet sich weder viele verkaufte Zeitungen, noch einen Wechsel in der Politik: „Da bleibt alles beim Alten. Merkel wird’s wieder werden.“</p>
<p>Die CDU scheint sich indes nicht so sicher zu sein. Selbst den eher konservativen Lesern der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung erkl&#228;rt sie mittels Wahlwerbung auf der Seite vier: „Wer Merkel st&#228;rken will, muss CDU w&#228;hlen“. Wer h&#228;tte das gedacht.</p>
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