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	<title>unterdrei &#187; darmspiegel</title>
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	<description>Von 2007 bis 2009 war dies das gemeinsame Blog und Portfolio dreier Online-Journalismus-Studenten zu Netz, Print und Crossmedia.</description>
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		<title>&#8222;nachts in darmstadt&#8220;</title>
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		<pubDate>Sat, 01 Aug 2009 15:03:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kersten</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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		<description><![CDATA[Der Grund unser aller Stille hier hat gleich mehrere Ursachen. So lange haben wir nichts mehr von uns h&#246;ren lassen, dass ein ganzes Magazin, ein &#252;ber 200 Seiten starkes Buch und ein zwei Umz&#252;ge in diese stille Zeitspanne passen. Das Studentenmagazin darmspiegel fand im April 2009 seine Jubil&#228;ums- und zugleich auch letzte Ausgabe – nach [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignnone size-full wp-image-227" title="20090801nachts-cover" src="http://unterdrei.net/blog/wp-content/uploads/2009/08/20090801nachts-cover.jpg" alt="20090801nachts-cover" width="540" height="333" /></p>
<p>Der Grund unser aller Stille hier hat gleich mehrere Ursachen. So lange haben wir nichts mehr von uns h&#246;ren lassen, dass ein ganzes Magazin, ein &#252;ber 200 Seiten starkes Buch und ein zwei Umz&#252;ge in diese stille Zeitspanne passen.</p>
<p>Das Studentenmagazin darmspiegel fand im April 2009 seine <a href="http://www.fr-online.de/frankfurt_und_hessen/nachrichten/darmstadt/1714313_Studenten-Magazin-Aus-fuer-Darmspiegel.html%29" target="_blank">Jubil&#228;ums- und zugleich auch letzte Ausgabe</a> – nach zuletzt sogar f&#252;nf erfolgreichen Printausgaben. Es war die <a href="http://darmspiegel.de/ende/?p=1" target="_blank">Routine</a>, die uns dazu motiviert hat, dieses erste und niemals bereute Sprungbrett weiterzudenken.</p>
<p>Am selben Tag, an dem wir das Projekt darmspiegel ad acta legten, bef&#246;rderten wir eine ganze F&#252;lle an neuen Themen aus den Tiefen unserer Ideen ans Tageslicht. Und knippsten das Licht zugleich aus. Zun&#228;chst an eine Sonderausgabe zur Nacht in Darmstadt gedacht, merkten wir recht bald, dass &#8222;<a href="http://www.nachtsindarmstadt.de" target="_blank">nachts in darmstadt</a>&#8220; mehr ist. Es k&#246;nnte die Seiten eines ganzen Buches f&#252;llen, ja es musste!</p>
<p>&#8222;nachts in darmstadt&#8220; ist <a href="http://nachtsindarmstadt.de/das-buch/" target="_blank">genau das geworden</a>: 224 Seiten, UV-Lack und Pr&#228;gung, mit wundersch&#246;nen Reportagen, Fotostrecken, Lyrik, Portraits, Interviews und Illustrationen – ein &#8222;wahres Buchkunstwerk&#8220;, wie <a href="http://nachtsindarmstadt.de/presse/pressespiegel/" target="_blank">etwa die FAZ res&#252;miert</a>.</p>
<p>Nat&#252;rlich, und das bleibt nicht aus, denn auch ich bin Gesellschafter unseres kleinen, aber feinen <a href="http://www.darmspiegel.de" target="_blank">Verlages</a>, kann man dieses Werk auch erwerben: Unter <a href="http://shop.darmspiegel.de/" target="_blank">shop.darmspiegel.de</a> ist das m&#246;glich, aber auch bei vielen freundlichen <a href="http://nachtsindarmstadt.de/kaufen/" target="_blank">Buchhandlungen in und um Darmstadt</a>.</p>
<p>Noch ein kurzes Wort zu dieser Seite. Nach zwei aufreibenden Projekten, zollen wir nun alle dem berufspraktischen Semester den vollen wohlverdienten Tribut und wagen einen weiteren Schritt in die harte Realit&#228;t des Arbeitens (so unbekannt ist sie uns ja doch nicht).</p>
<p>W&#228;hrend es Caspar, musikberufen, zur <a href="http://www.visions.de/" target="_blank">Visions</a> nach Dortmund zieht, verlagern Tobi und ich unsere journalistischen Kompetenzen f&#252;r eine gewisse Zeit nach Berlin. Tobi hospitiert in der <a href="http://www.zeit.de" target="_blank">Online-Redaktion der ZEIT</a>, ich f&#252;r meinen Teil bin in der <a href="http://www.gruenderszene.de" target="_blank">Gr&#252;nderszene</a> unterwegs. Diese Seite wird und soll k&#252;nftig als kleine Portfolio-Werkschau dienen und nicht zuletzt uns drei zumindest online zusammenhalten.</p>
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		<title>Freecard &#8222;nachts in darmstadt&#8220;</title>
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		<pubDate>Wed, 22 Jul 2009 18:00:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tobias</dc:creator>
				<category><![CDATA[Graphik]]></category>
		<category><![CDATA[Portfolio]]></category>
		<category><![CDATA[darmspiegel]]></category>
		<category><![CDATA[Freecard]]></category>
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		<description><![CDATA[Mit freundlicher Unterst&#252;tzung des Art Directors des darmspiegel, Andreas Strack, entstand diese Freecard, mit der wir Darmstadt auf das Buch und die Lesung &#8222;nachts in darmstadt&#8220; aufmerksam machten. Die alte Dame auf dem Foto ist Ankes Oma. Das Foto stammt aus der Fotostrecke &#8222;Erwischt!&#8220; von Anja Behrens, ebenfalls erschienen in &#8222;nachts in darmstadt&#8220;.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Mit freundlicher Unterst&#252;tzung des Art Directors des darmspiegel, <a href="http://aenselo.de/">Andreas Strack</a>, entstand diese Freecard, mit der wir Darmstadt auf das Buch und die Lesung &#8222;<a href="http://www.nachtsindarmstadt.de">nachts in darmstadt</a>&#8220; aufmerksam machten. Die alte Dame auf dem Foto ist <a href="http://twitter.com/papilia">Ankes</a> Oma. Das Foto stammt aus der Fotostrecke &#8222;Erwischt!&#8220; von <a href="http://www.behrens-photography.com/">Anja Behrens</a>, ebenfalls erschienen in &#8222;nachts in darmstadt&#8220;.</p>
<p><a href="http://unterdrei.net/blog/wp-content/uploads/2009/08/tobias-reitz-nachts.png"><img class="alignleft size-large wp-image-432" title="Freecard1" src="http://unterdrei.net/blog/wp-content/uploads/2009/08/Freecard1-1024x727.png" alt="Freecard1" width="580" height="412" /></a></p>
<p><a href="http://unterdrei.net/blog/wp-content/uploads/2009/08/tobias-reitz-freecard.png"><img class="alignleft size-large wp-image-433" title="Freecard2" src="http://unterdrei.net/blog/wp-content/uploads/2009/08/Freecard2-1024x726.png" alt="Freecard2" width="580" height="412" /></a></p>
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		<title>Kochen ist Anarchie</title>
		<link>http://unterdrei.net/2009/01/rote-gourmet-fraktion/</link>
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		<pubDate>Tue, 27 Jan 2009 19:00:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tobias</dc:creator>
				<category><![CDATA[Portfolio]]></category>
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		<description><![CDATA[F&#252;nf rote Sterne deluxe: Wer die Rote Gourmet Fraktion als Tour-K&#246;che engagiert, schlemmt backstage im Schlaraffenland. Ole Plogstedt und J&#246;rg Raufeisen &#252;ber Punkrock-Catering und die politisch korrekte Studenten-K&#252;che »I hate Christmas. I hate Jesus. But it’s okay that it’s gone.« Ein englischer Rowdie mit knolliger Nase und verquollenen Augen antwortet grinsend auf die Frage nach [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>F&#252;nf rote Sterne deluxe: Wer die Rote Gourmet Fraktion als Tour-K&#246;che engagiert, schlemmt backstage im Schlaraffenland. Ole Plogstedt und J&#246;rg Raufeisen &#252;ber Punkrock-Catering und die politisch korrekte Studenten-K&#252;che</em></p>
<p><a href="http://unterdrei.net/blog/wp-content/uploads/2009/08/tobias-reitz-rgf.png"><img class="alignleft size-large wp-image-353" title="rgf" src="http://unterdrei.net/blog/wp-content/uploads/2009/08/rgf-1024x664.png" alt="rgf" width="579" height="375" /></a></p>
<p>»I hate Christmas. I hate Jesus. But it’s okay that it’s gone.« Ein englischer Rowdie mit knolliger Nase und verquollenen Augen antwortet grinsend auf die Frage nach den Feiertagen. Keine Festtagsromantik am Morgen des zweiten Weihnachtsfeiertags in der Frankfurter Festhalle. M&#228;nner mit Helmen und verw&#252;steten Frisuren, schweren Stiefeln und Pullovern von Bands quer durch die Rockgeschichte schleppen zentnerschwere B&#252;hnenbauteile, installieren Scheinwerfer und Technik, klopfen, h&#228;mmern, schrauben. Zehn Stunden sp&#228;ter werden hier die Toten Hosen in der ausverkauften Halle spielen. Frankfurt ist eine der letzten Stationen ihrer »machmalauter«-Tour im Jahr 2008. Mit auf Tournee ist auch diesmal die Rote Gourmet Fraktion (RGF). Der Catering-Service von Ole Plogstedt und J&#246;rg Raufeisen ist seit Jahren ein treuer Begleiter der Hosen.<br />
In den Katakomben der Festhalle versorgt das Team um die beiden Hamburger sowohl Band als auch Crew mit Speis und Trank. In der Cafeteria sitzen einige der Arbeiter beim Fr&#252;hst&#252;ck. Tannenzweige, Kerzen und N&#252;sse zieren die Biertische, &#252;berzogen mit roten Plastiktischdecken. Etwas Festtagsromantik f&#252;r hartgesottene Rocker. Das Buffet hingegen ist klassisch gehalten: Plastikratten und Totenk&#246;pfe blicken zwischen Cerealien, Obst, Kaffee, Br&#246;tchen und Warmhaltevorrichtungen hervor. An der Wand h&#228;ngt ein gro&#223;er schwarzer Stofffetzen: »All Cooks Are Bastards« – ein Sp&#228;&#223;chen, gewachsen auf den Mist eines gewissen Farin U. Das RGF-Banner mit dem inzwischen markenrechtlich gesch&#252;tzten roten Stern prangt direkt &#252;ber der Anrichte. Der Name st&#246;&#223;t bis heute auf Ablehnung. Doch er dient auch als Filter; bewahrte die RGF vor unliebsamen Kunden, als J&#246;rg und Ole noch zu zweit in den Hinterzimmern deutscher Konzerthallen Musikermampf kredenzten.</p>
<p>AC/DC dr&#246;hnt aus der K&#252;che nebenan. Der iPod auf der gro&#223;en Box mit den zahllosen Gew&#252;rzen l&#228;uft auf Dauerrotation. Um 7.45 Uhr gingen bei der RGF heute die Truckt&#252;ren auf. W&#228;hrend nach und nach alle Flightcases mit Herden, Kaffeemaschinen, Mikrowellen, T&#246;pfen, Deko, Geschirr und Ged&#246;ns in die Kellerr&#228;ume der Festhalle gewuchtet wurden, lief der erste Kaffee durch. Nur 30 Minuten sp&#228;ter brutzelten die R&#252;hreier in der Pfanne. »Die erste halbe Stunde ist zum Wachwerden. Da m&#252;ssen alle Vollgas geben«, sagt Ole. Und mit Vollgas geht es weiter. Mindestens bis halb zw&#246;lf in der Nacht, manchmal l&#228;nger.</p>
<p>L&#228;ngst sind Ole und J&#246;rg nicht mehr alleine. Die RGF ist fast 16 Jahre nach der Gr&#252;ndung Veranstalter von Show-Koch-Events, Eventcaterings und Kochkursen. In Hochzeiten sind bis zu 50 Leute besch&#228;ftigt. In Frankfurt sind es deren sechs. Sie schnibbeln, d&#252;nsten, kochen, kosten. Ein junger Koch mit schwarzer RGF-Pudelm&#252;tze steht an einem der mobilen Herde. Sein t&#228;towierter Arm br&#228;t Fleischwurst an; deftige Kost f&#252;r hungrige Arbeiterm&#228;gen. »Die Jungs sind da drau&#223;en Traversen am kloppen. Denen kannst du nicht mit kleinen Tellerchen kommen«, wei&#223; J&#246;rg um die Wu?nsche der Kunden. »Mittags gibt’s was Derbes, Gullasch oder Hackbraten – abends dann richtige Angeberteller mit frittierter Garnitur und Schaums&#246;&#223;chen.«</p>
<p>Die Men&#252;s entstehen in den Tagen vor der Tournee in der RGF-Homebase in Hamburg. Die Zutaten kauft die Crew vor Ort beim n&#228;chsten Lebensmittelgro&#223;handel. F&#252;r frische Produkte und Extraw&#252;nsche ist jederzeit ein ortskundiger Runner abrufbereit. Das ist zum Beispiel, »wenn Earth, Wind &amp; Fire zweieinhalb Kilo Ingwer bestellen«, sagt Ole, »und ich das durch die Saftpresse hauen und erw&#228;rmen muss, um es dann nochmal durch den Kaffeefilter zu jagen. Die trinken das mit irgendwas, weil’s gut fu?r die Gesundheit ist. Das ist f&#252;r jemanden, der das liest, ausgefallen. F&#252;r uns ist das ganz normal.«<br />
Bei der Men&#252;wahl d&#252;rfen alle ihre Ideen einbringen. Rezepte als Inspirationsquelle nutzt Ole nicht. Kochen ist Anarchie. Aber weil jede gepflegte Anarchie eine gewisse Hierarchie brauche, gebe es auch in den fahrenden K&#252;chen der RGF K&#252;chenchefs, erkl&#228;rt Ole. J&#246;rg und er stehen selbst immer seltener hinter dem Herd. »Wir versuchen das so h&#228;ufig wie m&#246;glich, doch wenn dauernd das Handy klingelt, kann man einfach nicht kochen«, sagt J&#246;rg und schmeckt schnell noch die Curry-Sauce f&#252;r das bevorstehende Mittagessen ab.</p>
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		<title>Ding oder Ding</title>
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		<pubDate>Tue, 27 Jan 2009 18:00:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tobias</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Diese Illustrationen entstanden f&#252;r den darmspiegel. Monatlich illustrierte ich den R&#228;tselspa&#223; mit dem Arbeitstitel &#8222;Ding oder Ding&#8220;. &#8222;Bild oder Bibel&#8220;, &#8222;Rasen oder Reichstag&#8220;, &#8222;Physalis oder Syphilis&#8220;, die Leser mussten entscheiden in welche Gruppe Geschichten oder Begriffe einzuordnen sind.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Diese Illustrationen entstanden f&#252;r den darmspiegel. Monatlich illustrierte ich den R&#228;tselspa&#223; mit dem Arbeitstitel &#8222;Ding oder Ding&#8220;. &#8222;Bild oder Bibel&#8220;, &#8222;Rasen oder Reichstag&#8220;, &#8222;Physalis oder Syphilis&#8220;, die Leser mussten entscheiden in welche Gruppe Geschichten oder Begriffe einzuordnen sind.</p>
<p><a href="http://unterdrei.net/blog/wp-content/uploads/2009/08/tobias-reitz-ding-kamasutra.png"><img class="alignleft size-full wp-image-417" title="dd_kamasutra" src="http://unterdrei.net/blog/wp-content/uploads/2009/08/dd_kamasutra.png" alt="dd_kamasutra" width="580" height="752" /></a></p>
<p><a href="http://unterdrei.net/blog/wp-content/uploads/2009/08/tobias-reitz-ding-bild.png"><img class="alignleft size-full wp-image-416" title="dd_bild" src="http://unterdrei.net/blog/wp-content/uploads/2009/08/dd_bild.png" alt="dd_bild" width="580" height="753" /></a></p>
<p><a href="http://unterdrei.net/blog/wp-content/uploads/2009/08/tobias-reitz-ding-syphilis.png"><img class="alignleft size-full wp-image-418" title="dd_physalis" src="http://unterdrei.net/blog/wp-content/uploads/2009/08/dd_physalis.png" alt="dd_physalis" width="580" height="499" /></a></p>
<p><a href="http://unterdrei.net/blog/wp-content/uploads/2009/08/tobias-reitz-ding-rap.png"><img class="alignleft size-full wp-image-419" title="dd_rap" src="http://unterdrei.net/blog/wp-content/uploads/2009/08/dd_rap.png" alt="dd_rap" width="580" height="434" /></a></p>
<p><a href="http://unterdrei.net/blog/wp-content/uploads/2009/08/tobias-reitz-ding-merkel.png"><img class="alignleft size-full wp-image-420" title="dd_rasen" src="http://unterdrei.net/blog/wp-content/uploads/2009/08/dd_rasen.png" alt="dd_rasen" width="580" height="435" /></a></p>
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		<title>Ich f&#252;hle mich wie ein Koffer</title>
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		<pubDate>Tue, 07 Oct 2008 18:30:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tobias</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Am 14. November m&#252;ssen die Wodka-Vorr&#228;te Darmstadts aufgestockt werden. Auf seiner Lesung und der anschlie&#223;enden Release-Party der neuen Russendisko-Compilation verspricht Wladimir Kaminer, die ganze Centralstation platt zu klopfen. Warum er nie einen fiktionalen Roman schreiben wird und Bier kapitalistischer Beschiss ist, verr&#228;t der Autor im Gespr&#228;ch mit dem darmspiegel Herr Kaminer, in einem Spiegel-Interview haben [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Am 14. November m&#252;ssen die Wodka-Vorr&#228;te Darmstadts aufgestockt werden. Auf seiner Lesung und der anschlie&#223;enden Release-Party der neuen Russendisko-Compilation verspricht Wladimir Kaminer, die ganze Centralstation platt zu klopfen. Warum er nie einen fiktionalen Roman schreiben wird und Bier kapitalistischer Beschiss ist, verr&#228;t der Autor im Gespr&#228;ch mit dem darmspiegel </em></p>
<p><a href="http://unterdrei.net/blog/wp-content/uploads/2009/08/tobias-reitz-kaminer.png"><img class="alignleft size-large wp-image-346" title="kaminer" src="http://unterdrei.net/blog/wp-content/uploads/2009/08/kaminer-1024x666.png" alt="kaminer" width="579" height="376" /></a></p>
<p><strong>Herr Kaminer, in einem Spiegel-Interview haben Sie gesagt, dass sie pro Woche nur eine DIN-A4-Seite zu Papier bringen. Trotzdem haben Sie in den vergangenen acht Jahren zw&#246;lf B&#252;cher ver&#246;ffentlicht. Die Rechnung geht nicht ganz auf, oder?</strong></p>
<p>Kaminer Russendisko ist im Jahre 2000 erschienen. Das waren Texte, die ich 1998 und 1999 geschrieben habe. Au&#223;erdem geht die Rechnung sehr wohl auf: Ein DIN-A4-Blatt mit zw&#246;lfer Schrift sind 4.500 Zeichen, das sind drei Buchseiten. 53 Wochen im Jahr mal 4.500 Zeichen, das macht 250.000 Zeichen. Das sind anderthalb B&#252;cher. Das geht schon irgendwie.</p>
<p><strong>Die alten Notizen sind nun alle verschrieben. Wird es in Zukunft weniger B&#252;cher geben? </strong></p>
<p>Kaminer Ich arbeite nicht am Flie&#223;band. Mein Hauptanliegen ist nicht, eine bestimmte Anzahl von Zeichen zu produzieren. Man kann eine solche Art von Lebensforschung, wie ich sie betreibe, kaum beschleunigen oder – umgekehrt – bremsen. Entweder es passiert etwas, was mich zur Reflexion oder zum Nachdenken bewegt, oder es passiert nichts. Und dann wird auch nichts geschrieben. Das schlimmste was einem Geschichtensammler passieren kann ist, dass er anf&#228;ngt, sich seine Geschichten aus der Nase zu ziehen.</p>
<p><strong>Wird es also jemals ein Buch von Ihnen geben, in dem es nicht um Ihre Frau, Ihre Kinder, Ihre Eltern und die Leute, die sie umgeben geht, sondern in dem Sie eine fiktive Geschichte erz&#228;hlen?</strong></p>
<p>Kaminer Woher soll die Fiktion kommen? Fiktion ist ein absurder Begriff. Es gibt keine Fiktion. Die Ideenwelt aus der alle Autoren sch&#246;pfen, ist dieser Planet. Kein Schriftsteller war auf dem Mars. Fiktion hei&#223;t, dass man angibt sich etwas auszudenken, doch in Wirklichkeit guckt die Fratze des Autors hinter jeder Zeile hervor. Phantasien bestehen aus Realit&#228;t und nicht aus Fiktion.</p>
<p><strong>Wie l&#228;sst sich Ihre Arbeitsweise am ehesten beschreiben?</strong></p>
<p>Ich f&#252;hle mich wie ein Koffer. Ich werde hin und her gereicht, vollgestopft mit irgendwelchen Geschichten. Die trage ich dann eine Weile und dann packe ich sie wieder aus. Ich werde im Grunde immer ein- und ausgepackt.</p>
<p><strong>Ist es denn ein aufger&#228;umter Koffer?</strong></p>
<p>Ja, es wird alles sehr ordentlich zueinander gelegt. Es ist ein gut gepackter Koffer. Aber fr&#252;her, als ich noch jung war und wenig Geschichten hatte, als mein Koffer so halb leer war und alle Sachen immer hin und her rutschten, da war es ein bisschen chaotisch.</p>
<p><strong>Sie lesen in fast 150 St&#228;dten pro Jahr, reisen mehr als die meisten ihrer Zunft. Was sind ihre Beweggr&#252;nde? </strong></p>
<p>Die Lesungen sind mein Job. Nat&#252;rlich sind die B&#252;cher sehr wichtig, weil dort geschrieben steht, was ich in all diesen St&#228;dten erz&#228;hle. Doch sie sind eher eine Nebenerscheinung. Meine Triebkraft ist Neugier. Ich muss die Geschichten sammeln, dazu brauche ich neue Eindr&#252;cke und neue Menschen.</p>
<p><strong>Sie lesen nicht nur in gro&#223;en St&#228;dten, sondern sind auch in der Provinz unterwegs. Auf Ihrem Lesetour-Plan liest man Namen wie Enningerloh oder die Grundschule Neubiberg. Was zieht den Stadtmenschen Kaminer immer wieder in l&#228;ndliche Gefilde?</strong></p>
<p>Sehr oft erweisen sich gerade gro&#223;e St&#228;dte als sehr provinziell. Kleine St&#228;dte hingegen zeigen h&#228;ufig ein sehr eigenst&#228;ndiges Leben. Nicht alles was klein ist, ist gleich provinziell und nicht alles ist tats&#228;chlich so gro&#223; wie es scheint. Ich hatte erst letzte Woche in D&#252;sseldorf ein gro&#223;es Problem nach 15 Uhr zu essen. D&#252;sseldorfer essen nicht nach 15 Uhr.</p>
<p><strong>Ist Darmstadt Provinz?</strong></p>
<p>Ich habe von Darmstadt bisher zu wenig gesehen. Wir versinken dort st&#228;ndig in diesem Club – dieser Centralstation. Das ist an sich schon fast wie eine Stadt. Da verliere ich mich immer zwischen diesen ganzen Bars und R&#228;umlichkeiten.</p>
<p><strong>Was wird besonders sein, wenn sie am 14. November in Darmstadt in der Centralstation sind?</strong></p>
<p>Es wird eine Release-Party f&#252;r unsere neue Platte »Ukraine do Amerika«. Die Platte ist unsere Antwort auf die Finanzkrise. Ganz viel neue Musik und viele Geschichten &#252;ber den Kaukasus, weil wir dort bei der Schwiegermutter Urlaub gemacht haben.</p>
<p><strong>Warum hei&#223;t die Platte »Ukraine do Amerika«?</strong></p>
<p>Kaminer Deutschland ist kulturell ein sehr amerikanisiertes Land, fast schon ein Teil von Amerika. Deutschland wurde von Amerika sozialisiert. Inzwischen sehen wir, dass andere L&#228;nder, zum Bei­spiel die Ukraine, kulturell viel besser zu Deutschland passen. Die Ukrainer sind von der Mentalit&#228;t her auch eher ordentlich deutsch drauf, aber sie haben viel lustigere Musik. Mit dieser Musik ha­ben wir vor, die ganze Centralstation platt zu klopfen.<br />
<strong> </strong></p>
<p><strong>Wladimir Kaminer &#252;ber&#8230;</strong></p>
<p><strong>&#8230;Bier</strong></p>
<p>Bier hat mich stark beeindruckt, als ich zum ersten Mal nach Deutschland kam. Es gab hunderte Sorten in hunderten bunten Flaschen. Ich dachte dabei an Vielfalt. Heute denke ich dabei eher an Einfalt, weil ich wei&#223;, dass in all diesen Flaschen im Grunde dasselbe Getr&#228;nk ist. Durch das Reinheitsgebot schmeckt auch alles sehr &#228;hnlich. Bier ist kapitalistischer Beschiss, etwas das vorgibt eine Freiheit zu sein. Doch die Wirklichkeit ist: &#220;berall wo Bier drauf steht, ist auch nur Bier drin.<br />
<strong><br />
&#8230;Wodka</strong></p>
<p>Wodka ist bei minus zwanzig Grad ein Erfrischungsgetr&#228;nk. Man darf ihn nat&#252;rlich nicht so trinken wie die Deutschen es machen. Die trinken Wodka warm und im Stehen. Sie kennen keine Trinkspr&#252;che und essen nichts dazu. Auf diese Weise werden sie zu schnell betrunken und fallen immer dann um, wenn es am interessantesten wird.<br />
Die Russen haben da eine andere Einstellung.Man trinkt es aus kleinen Gl&#228;sern. Man muss das unbedingt auf Ex trinken und nicht auf Eis. Zum Wodka trinken braucht man eine gute Gesellschaft. Man braucht viel unterschiedliches Essen. Man braucht Geschichten, die man einander erz&#228;hlt, man darf nicht einfach so trinken, man muss immer einen Toast aussprechen. Einen Toast, der die Menschen am Tisch vereint.</p>
<p><strong>&#8230;Rotwein</strong></p>
<p>Ich kenne sehr viele Literaten die von Rotwein irre geworden sind und nur noch Mist geschrieben haben. F&#252;r meine Landsleute w&#252;nsche ich mir einen Image-Wechsel: Sie sollen nicht mehr als Wodka-Russen anerkannt werden, sondern als Rotwein-Russen. Es gibt &#252;brigens russischen Rotwein. In Georgien. Doch jetzt gibt es das Embargo mit Georgien und die Russen trinken eben chilenischen Rotwein.</p>
<p><strong><br />
Wladimir Kaminer </strong>wurde 1967 in Moskau geboren. 1990 kam er ins frisch wieder vereinte Berlin. Er fand eine neue Heimat voller Geschichten. Festgehalten hat er seine scharfen Beobachtungen des Allt&#228;glichen in zw&#246;lf B&#252;chern. Sein Debut-Roman »Russendisko« und »Milit&#228;rmusik« machten den Autor, DJ und Journalisten weit &#252;ber die Landesgrenzen bekannt. Heute ist Kaminer einer der gefragtesten Russen Deutschlands; so gefragt, dass er auf seiner Website freundlich, aber entschieden, darauf hinweist: »Studenten, Wissenschaftler, Aspiranten und Journalisten, die ihre Diplomarbeiten, Reportagen und Referate zu den Themen »Russen in Deutschland« »Russische Emigration heute und fr&#252;her« »Deutsche in Russland« »Nichtdeutsche Deutsche in Deutschland und anderswo« schreiben, werden hier nicht bedient. Richten sie ihre Fragen an die Zentrale f&#252;r politische Bildung, Abteilung Multikulti.«</p>
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		<title>Haste mal 50.000 Euro?</title>
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		<pubDate>Tue, 01 Jul 2008 19:30:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tobias</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Bericht]]></category>
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		<description><![CDATA[WG for sale! Sechs Darmst&#228;dter Studenten leben schon, aber wohnen vielleicht nicht mehr lange. Als ihnen der Vermieter verk&#252;ndete, er werde das Reihenhaus verkaufen, war das Entsetzen gro&#223;. Doch die Wohngemeinschaft in der Dieburger Stra&#223;e will k&#228;mpfen: Sie gr&#252;ndeten den Verein „23G“ und beschlossen, ihr Zuhause im Komponistenviertel zu kaufen. Daf&#252;r brauchen sie bis September [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>WG for sale! Sechs Darmst&#228;dter Studenten leben schon, aber wohnen vielleicht nicht mehr lange. Als ihnen der Vermieter verk&#252;ndete, er werde das Reihenhaus verkaufen, war das Entsetzen gro&#223;. Doch die Wohngemeinschaft in der Dieburger Stra&#223;e will k&#228;mpfen: Sie gr&#252;ndeten den Verein „23G“ und beschlossen, ihr Zuhause im Komponistenviertel zu kaufen. Daf&#252;r brauchen sie bis September 50.000 Euro. </em></p>
<p>„Gestern waren hier widerliche Leute!“ schimpft die kleine alte Dame im Wohnzimmer der sechs Studenten. Widerlich – das sind f&#252;r Frau Warnebold alle Leute, die der Vermieter durch das Reihenhaus neben ihr f&#252;hrt: Potentielle K&#228;ufer. M&#246;gliche neue Nachbarn. Hoffnungsvoll blickt sie zu Simon, Beto, Sascha, Thomas, Nico und Lisa: „Ihr sollt doch bleiben.“<br />
Doch die Zukunft der Wohngemeinschaft ist ungewiss. Im vergangenen Jahr hatte der Besitzer angek&#252;ndigt, er wolle das Reihenhaus in der Dieburger Stra&#223;e verkaufen. Er brauche das Geld. Seine Entscheidung – ein Schock f&#252;r alle Bewohner.</p>
<p><a href="http://unterdrei.net/blog/wp-content/uploads/2009/08/tobias-reitz-23g.png"><img class="alignleft size-large wp-image-324" title="23g" src="http://unterdrei.net/blog/wp-content/uploads/2009/08/23g-1024x766.png" alt="23g" width="580" height="433" /></a></p>
<p>Seit 2004 sind die 189 Quadratmeter in der Hand der Studenten. Bis heute verteilten sich 19 Bewohnerinnen und Bewohner auf die sieben Zimmer. Ist einer der WG-Veteranen zuf&#228;llig gerade in der N&#228;he, kommt er vorbei: Die WG ist der Heimathafen in Darmstadt – ein Ort mit famili&#228;rer Atmosph&#228;re, an dem viele Freundschaften entstanden. Der Entschluss der scheidenden Mieter war somit schnell gefasst: „Wir wollen das Ding erhalten!“</p>
<p>Die erste Idee, das Haus zu kaufen und die Zimmer zu vermieten, wurde verworfen. „Zu teuer, zu kapitalistisch“, sagt Thomas. Stattdessen wurde im M&#228;rz ein gemeinn&#252;tziger Verein gegr&#252;ndet: 23G. Er hat zum Ziel, autonome Wohngemeinschaften f&#252;r junge Menschen, Studenten und Auszubildende zu schaffen und zu erhalten. Allen voran ihre eigene.</p>
<p>350.000 Euro hat der Besitzer als Kaufpreis veranschlagt. Mit 50.000 Euro Startkapital aus Spenden, von Sponsoren und eigenen Aktionen w&#228;ren die zu stemmen. Die Bewohner haben ein Finanzierungskonzept bei einer Bank vorgelegt: Abz&#252;glich der 50.000 Euro Eigenkapital verbleiben 300.000 Euro, die durch die monatliche Miete refinanziert werden.<br />
„Viele werfen uns vor, wir wollten mit dem Verein einfach unser Dach &#252;ber dem Kopf retten, aber es geht um mehr“, sagt Thomas. Sie h&#228;tten sich auch ein neues Haus suchen k&#246;nnen; das w&#228;re einfacher gewesen. Der Verein soll sp&#228;ter in eine Stiftung umgewandelt werden, um die Existenz der Wohngemeinschaft langfristig zu sichern und bundesweit &#228;hnliche Projekte zu unterst&#252;tzen. „Jeder soll die Chance haben, das hier zu erleben“, erkl&#228;rt Nico die Beweggr&#252;nde.</p>
<p><a href="http://unterdrei.net/blog/wp-content/uploads/2009/08/tobias-reitz-23g-2.png"><img class="alignleft size-large wp-image-327" title="23g2" src="http://unterdrei.net/blog/wp-content/uploads/2009/08/23g2-1024x767.png" alt="23g2" width="581" height="434" /></a></p>
<p><strong>Sperrm&#252;ll statt Baumarkt</strong></p>
<p>„Das hier“, das ist der sp&#252;rbare Unterschied zwischen Zusammenwohnen und Zusammenleben. Die sieben Studenten und Absolventen f&#252;hren einen gemeinsamen Haushalt ohne separierte K&#252;hlschrank-F&#228;cher und beschriftete Joghurt-Becher. &#196;rger gibt es in der WG-Familie nur, wenn jemand unn&#246;tig Geld ausgibt. Sperrm&#252;ll statt Baumarkt lautet die Devise in der Dieburger Stra&#223;e. Im ganzen Haus hat die WG ihren Ideenreichtum unter Beweis gestellt: Den Lampenschirm im Wohnzimmer h&#228;lt ein ausgedienter Auspuff. Die Terrasse erhielt eine „Extension“ aus Holz-Paletten und wurde mit einer 1000-Liter-Regentonne – dem Pool – und dem Grill-Giganten gepimpt.<br />
Und auch beim Feiern sind die Jungs und M&#228;dels aus dem Reihenhaus kreativ. Jedes Jahr veranstaltet die WG eine gro&#223;e Party. Immer mit Motto, immer rund um den 23. Juli. Das Datum ist kein Zufall: W und G sind die Buchstaben dreiundzwanzig und sieben im Alphabet. Thomas erz&#228;hlt von den Highlights der vergangenen Jahre. Von der 24-st&#252;ndigen „Barty“, bei der die G&#228;ste aus dem Mobiliar der WG eine gro&#223;e Bar zimmerten, um daran mit 150 Leuten bis in den Mor­gen durchzuzechen. Oder von der „Komm’ bunt – geh’ einfarbig“-Fete, die nach wilden Tauschaktionen niemand in der eigenen Robe verlie&#223;.<br />
Trotz dieser wilden Partys – Probleme mit der Nachbarschaft gab es nie. Gleich nach ihrem Einzug veranstaltete die WG einen Tag der offenen T&#252;r und schaffte es, das ber&#252;hmte Eis zu brechen. Seitdem pflege man in der Reihenhaussiedlung ein freundschaftliches Verh&#228;ltnis, sagt Thomas und berichtet von Nachbarinnen wie Frau Warnebold, die ihnen Wein und Essen vorbeibringen, wenn die Jungs mal wieder den Hofdienst &#252;bernommen haben. „Auch die Nachbarn wollen, dass wir bleiben“, betont Nico.</p>
<p><strong>Die Uhr tickt</strong></p>
<p>Bis September hat die 23G, die eigentlich in 126A wohnt, Zeit, die 50.000 Euro zu beschaffen. Dann endet die Galgenfrist des Vermieters. Sollte die Mission scheitern, wird der Verein aufgel&#246;st und das bisher gesammelte Geld f&#252;r einen guten Zweck gespendet.<br />
Noch will im Komponistenviertel aber niemand das Lied vom Scheitern anstimmen. Beim Darmst&#228;dter Nachtflohmarkt konnten unl&#228;ngst die ersten Einnahmen f&#252;r das Projekt „Zuhause in Darmstadt“ verbucht werden.<br />
„Die ersten 5.000 Euro sind die schwersten“, sagt Thomas. Er glaubt, gro&#223;e Sponsoren von den Rettungs-Pl&#228;nen der WG begeistern zu k&#246;nnen. Erste Kontakte zur Stadt Darmstadt, einem Finanzmakler und der Darmst&#228;dter Firma Merck wurden bereits gekn&#252;pft. Es besteht also Hoffnung f&#252;r Simon, Beto, Sascha, Thomas, Nico, Lisa – und Frau Warnebold.</p>
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		<title>„Echte Sch&#246;pfer spielen Lego, Playmobil ist f&#252;r stupide Stecker!“</title>
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		<pubDate>Tue, 01 Jul 2008 19:00:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tobias</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Wii oder Playstation 3? Game Boy Advance oder Nintendo DS? In unseren Kinderzimmern galt es damals nur eine Entscheidung zu treffen: LEGO oder Playmobil? Wer beides spielte, h&#246;rt heute „eigentlich alles“. Mit f&#252;nf Jahren bekam ich den ersten LEGO-Bausatz und die kleinen Steinchen wurden zum Star meiner Kindheit. Ich baute Burgen, St&#228;dte, Schiffe. Schuf H&#228;user, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wii oder Playstation 3? Game Boy Advance oder Nintendo DS? In unseren Kinderzimmern galt es damals nur eine Entscheidung zu treffen: LEGO oder Playmobil? Wer beides spielte, h&#246;rt heute „eigentlich alles“. Mit f&#252;nf Jahren bekam ich den ersten LEGO-Bausatz und die kleinen Steinchen wurden zum Star meiner Kindheit. Ich baute Burgen, St&#228;dte, Schiffe. Schuf H&#228;user, Planeten, fremde Welten. Ich z&#228;hlte Noppen, machte Pl&#228;ne. Durchw&#252;hlte Stunde um Stunde die LEGO-Ber­ge auf der Suche nach dem entscheidenden Teil. Ich setzte heimlich die letzten Steine, als meine Mutter schon das Licht ausgemacht hatte. Heute entdecken auch Unternehmen die sch&#246;pferische Kraft der bunten Steine: In Kursen konstruieren die Teilnehmer Landschaften und Modelle aus LEGO, erz&#228;hlen Geschichten und spielen verschiedene Szenarien durch. Sie sollen „durch ihre Finger denken“. Das Bauen wirkt als Katalysator bei der L&#246;sung schwieriger Probleme und Situationen. Schade, dass zeitgleich das Kinderspielzeug LEGO seinen Charme verliert: W&#228;hrend die Frau Mama ein T&#252;tens&#252;ppchen zaubert, steckt der Sohnemann die drei verbliebenen Teile der gro&#223;en Ritterburg zusammen. Will man Kinder f&#252;r dumm verkaufen, kann man sie auch Playmobil spielen lassen.</p>
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		<title>Stand-Up Poetry</title>
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		<pubDate>Tue, 03 Jun 2008 19:00:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tobias</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Poetry Slam boomt. Zu den Slams im Rhein-Main-Gebiet kommen regelm&#228;&#223;ig hunderte Besucher und auch das Fernsehen hat die Dichterschlachten l&#228;ngst als gehaltvolle Alternative zu schw&#228;chelnden Comedy-Formaten f&#252;r sich entdeckt. Schleifen TV-Sendungen und steigende Publikumszahlen der rauen Kunstform die Kanten ab? Wir sprachen mit Kennern und Ku?nstlern u?ber eine Szene im Umbruch. Bis auf die Stra&#223;e [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Poetry Slam boomt. Zu den Slams im Rhein-Main-Gebiet kommen regelm&#228;&#223;ig hunderte Besucher und auch das Fernsehen hat die Dichterschlachten l&#228;ngst als gehaltvolle Alternative zu schw&#228;chelnden Comedy-Formaten f&#252;r sich entdeckt. Schleifen TV-Sendungen und steigende Publikumszahlen der rauen Kunstform die Kanten ab? Wir sprachen mit Kennern und Ku?nstlern u?ber eine Szene im Umbruch.</em></p>
<p><a href="http://unterdrei.net/blog/wp-content/uploads/2009/08/tobias-reitz-poetryslam.png"><img class="alignleft size-large wp-image-298" title="poetry" src="http://unterdrei.net/blog/wp-content/uploads/2009/08/poetry-1024x769.png" alt="poetry" width="580" height="435" /></a></p>
<p>Bis auf die Stra&#223;e dr&#228;ngen sich die Menschen. Die Schlange vor dem KUZ in Mainz wird lang und l&#228;nger, denn die Karten f&#252;r den f&#252;nften Mainzer Poetry Slam sind hei&#223; begehrt. Das Kulturzentrum wird an diesem Abend bis auf den letzten Platz besetzt sein. Seit dem ersten Dichterwettstreit im Dezember 2007 hat sich die Veranstaltung mit &#252;ber 350 Besuchern zum gr&#246;&#223;ten monatlichen Slam der Region entwickelt.</p>
<p><strong>Ein Boom im Verborgenen</strong></p>
<p>Poetry Slam boomt – nicht nur in Mainz sondern in ganz Deutschland. Jedoch es ist ein sonderbarer Boom. Ein Boom im Verborgenen, irgendwo am Rande der Gesellschaft, abseits des medialen Fokus. „Poetry Slam f&#252;hrt ein Nischen-Dasein wie eine Unterkategorie von Indipendant-Musik“, versucht Boris Preckwitz das Ph&#228;nomen zu erkl&#228;ren. F&#252;r die einen ist es das n&#228;chste gro&#223;e Ding – anderen ist Poetry Slam noch g&#228;nzlich unbekannt. Preckwitz ist ein Slammer der ersten Stunde und ein entscheidender Wegbereiter der deutschsprachigen Szene.</p>
<p>Er war dabei, als das Format Poetry Slam Ende der Neunziger aus den USA importiert wurde. 1986 hatte dort der Bauarbeiter Marc Kelly Smith in einem kleinen Club in Chicago den ersten Slam veranstaltet. Rock und Punk waren die Wurzeln der Bewegung und auf den B&#252;hnen standen politische Minorit&#228;ten. Bei den Slams flogen St&#252;hle, nicht selten gab es statt ausbleibendem Applaus und schlechter Wertungen gebrochene Nasen und wilde Schl&#228;gereien.</p>
<p>Heute fliegen zwar keine St&#252;hle mehr, doch Poetry Slams ist noch immer rebellischer, experimenteller, &#252;berraschender als jedes etablierte Kleinkunstformat, als jede lauwarme Comedy-Show im Fernsehen. Auf einen urkomischen Vortrag &#252;ber die eigene Gro&#223;mutter mit Beatbox und Rap-Einlagen folgt ein verschrobenes Gedicht &#252;ber den Sinn des Lebens; einem verkrampft vorgelesenen Text mit flachen pubert&#228;ren Witzchen, grandiose Wortspielereien, die man der eigenen Muttersprache kaum zugetraut h&#228;tte. Lyrik, Kurzprosa, gereimt oder ungereimt – kein Abend gleicht dem anderen und das spricht sich herum: In Zeiten von You-Tube ist Mund-zu-Mund-Propaganda einer der Hauptgr&#252;nde f&#252;r die rasante Entwicklung der Slam-Kultur. Wer einmal dabei war, kommt wieder und bringt beim n&#228;chsten Mal gleich seine Kumpels mit. Die Verbindung zwischen Slammern und Publikum fasziniert. Direkt und gnadenlos ehrlich k&#246;nnen die Zuschauer zeigen, wie der vorgetragene Text bei ihnen ankommt.<br />
Poetry Slams sind die Lesungen f&#252;r die Casting- Generation. Umjubelt werden vor allem humorvolle Texte. Platte Comedy setze sich immer h&#228;ufiger gegen hochwertige, ernstahfte Lysrik oder Prosa durch, beobachtet Dr. Alexander Deppert alias Alex Dreppec. Er veranstaltet neben der ber&#252;hmten Darmst&#228;dter Dichterschlacht, die &#252;ber 1000 Besucher anlockt, auch mehrere kleine Slams in der Wissenschaftsstadt. „Ich habe das schon erlebt. Da m&#246;chte man weinen.“</p>
<p>Der 18-j&#228;hrige Slammer Tilman D&#246;ring aus Darmstadt fordert, Witz m&#252;sse mit einer guten und interessanten Sprache verbunden werden, denn: „Lustige Texte sind wichtig und geh&#246;ren zum Poetry Slam dazu.“ Jedoch: Selbst bei Texten, die als ernst angek&#252;ndigt werden, wartet der Saal inzwischen minutenlang auf einen Gag. Bleibt dieser aus, vernimmt man nichts als irritiertes Schweigen. „Das Publikum will bis zum Erbrechen lachen,“ bedauert der Darmst&#228;dter.</p>
<p><strong>Lacher bringen Applaus. Applaus bringt Siege</strong></p>
<p>Liegt es also an den Zuschauern, dass man manch einen Slam nicht mehr von einer Kabarettshow unterscheiden kann? Die Antwort w&#228;re zu einfach: Das Format l&#228;sst es zu, dem Volk nach dem Mund zu schreiben.<br />
Um dem entgegenzuwirken und nicht auf jeden Comedy-Mist reinzufallen m&#252;ssten die Zuh&#246;rer ein kritisches Ohr entwickeln, sagt Boris Preckwitz. Doch h&#228;ufig fallen sie rein. „Publikumsorientiertes Texten ist verlockend,“ gesteht Tilman D&#246;ring – auch er sei bereits ein zweimal unterlegen. Mit lautem Klatschen im Kopf, l&#228;sst sich nur schwer gegen den Strom schreiben. Lacher bringen Applaus. Applaus bringt Siege. Siege bringen Bekanntheit. Bekanntheit bringt einen Slammer ins Fernsehen. Seit Februar 2007 zeigt der WDR am sp&#228;ten Sonntagabend den WDR Poetry Slam. Auch Alex Dreppec und Tilman D&#246;ring waren schon dabei. Im April diesen Jahres folgte die Sendung „Slam Palast“ – bezeichnenderweise auf dem Digital-Sender Sat 1 Comedy. „Nach der ‚Slam Tour mit Kuttner‘ zeigen wir ein weiteres Format im angesagten Genre Poetry-Comedy“, warb der Sender in einer Presseerkl&#228;rung. Poetry-Comedy? Gibt es u?berhaupt noch einen Unterschied zwischen Poetry Slam und Stand-Up-Comedy?</p>
<p>„Selbst der lustigste Slam-Text hat noch einen Inhalt und gen&#252;gt einem literarischen Mindestanspruch“, behauptet Sebastian Rabsahl, besser bekannt als Sebastian 23. Seine eigenen Texte seien zu 75 Prozent lustig, der Rest sei ernst.</p>
<p>Boris Preckwitz sieht den Schenkelklopfer-Trend kritischer. Der ehemalige Slammer, der sich inzwischen weitestgehend aus der Szene zur&#252;ckgezogen hat, f&#252;rchtet um Kunst und Kultur: „Die Lacher werden zunehmend wichtiger als die Irritation.“ In der Tat wirkt die einstmals so anarchistische, wilde Kunst, die als Plattform diente, um soziale Ungerechtigkeiten und politische Missst&#228;nde anzuprangern, heute wie das Magazin Neon in Versform. Probleme zwischen Frauen und M&#228;nnern, Computer und F&#228;kalien sind die Themen, die junge Menschen zum Gr&#246;len bringen.<br />
„Die Szenekultur wird zu Popkultur“, analysiert Preckwitz. Slams, bei denen man ohne Anmeldung seine Texte vortragen kann, sind zur Seltenheit geworden. Der Slam „13 Darmst&#228;dter Dichter“, den Alexander Deppert neben der gro&#223;en Dichterschlacht ins Leben gerufen hat, um Poetry-Slam-Einsteigern in und um Darmstadt eine Bu?hne zu bieten, ist eine Ausnahme. Die urspr&#252;ngliche Kultur des offenen Mikrofons steht im Kontrast zur heutigen Professionalisierung des Poetry Slams.</p>
<p><strong>Vom Untergrund zum Kassenschlager?</strong></p>
<p>Wird die Untergrundkunst Poetry Slam zum kommerziellen Kassenschlager? Sebastian Rabsahl widerspricht: „Der Begriff „kommerziell“ wird gerne gebraucht, um kulturelle Str&#228;mungen, mit denen Geld verdient wird, zu brandmarken. Damit habe ich Schwierigkeiten. Nat&#252;rlich ist es der Wunsch jedes K&#252;nstlers, von seiner Kunst zu leben. Und der Wunsch des B&#228;ckers ist es, von seinem Brot zu leben. Dazu muss man es verkaufen. „L’art pour l’art“ – das halte ich f&#252;r abwegigen Idealismus.“<br />
Sebastian 23 geh&#246;rt dem Lesezirkel von Poeten an, das quer durch die Republik von Slam zu Slam reist. „Zwischen gelebtem Traum und Besessenheit“ steht er fast jeden Abend als Solo-Slammer oder mit seiner Gruppe SMAAT, dem Gewinnerteam der deutschsprachigen Poetry-Meisterschaften 2007, auf der B&#252;hne. Inzwischen k&#246;nnen Slammer wie er tats&#228;chlich mit Poetry ihre Br&#246;tchen  verdienen. Doch den wenigsten gelingt das. Um die besten Slammer in seine Poetry Slam Show zu locken, zahlt der WDR bis zu 300 Euro &#8211; bei normalen Slams bekommen die Poeten in der Regel h&#246;chstens die Fahrtkosten erstattet. „Auf den Slammer in Goldketten und Ferrari warte ich immer noch“, witzelt Rabsahl. Die meisten Slammer werden wohl auch k&#252;nftig ihren Broterwerb mit einem anderen Handwerk bestreiten m&#252;ssen.</p>
<p>Doch auch ohne Goldketten und Ferrari &#8211; der Ruhm ver&#228;ndert den Charakter des Poetry Slams. Sollte er eines Tages tats&#228;chlich zur Popkultur geworden sein, unterliegt er auch ihren Regeln: Ein Rohdiamant wird nach oben gesp&#252;lt, bis er zum weichen Handschmeichler wird. Und wenn ihn dann alle mal gestreichelt haben, f&#228;llt er schneller als ein Kieselstein.</p>
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		<title>Der Darmdollar</title>
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		<pubDate>Mon, 02 Jun 2008 22:33:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Caspar</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Alle reden immer nur davon, dass sie zu wenig Geld haben, aber keiner tut was dagegen. Tobi und ich hatten keine Lust mehr immer &#252;ber das arme und triste Studentendasein zu klagen. Wir nahmen unser Gl&#252;ck selbst in die Hand und bastelten uns kurzentschlossen unser eigenes Geld. Fein s&#228;uberlich zugeschnitten und gestapelt. So konnten wir [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://2.bp.blogspot.com/_-9p4YWCUN4g/SER4FK4XQ4I/AAAAAAAAABc/Y6Pq1UIRA_k/s1600-h/darmdollar.jpg"><img style="margin: 0pt 10px 10px 0pt; float: left; cursor: pointer;" src="http://2.bp.blogspot.com/_-9p4YWCUN4g/SER4FK4XQ4I/AAAAAAAAABc/Y6Pq1UIRA_k/s200/darmdollar.jpg" alt="" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5207419099362575234" border="0" /></a>Alle reden immer nur davon, dass sie zu wenig Geld haben, aber keiner tut was dagegen. Tobi und ich hatten keine Lust mehr immer &#252;ber das arme und triste Studentendasein zu klagen. Wir nahmen unser Gl&#252;ck selbst in die Hand und bastelten uns kurzentschlossen unser eigenes Geld. Fein s&#228;uberlich zugeschnitten und gestapelt. So konnten wir nach Herzenslust mit den bunten Scheinchen um uns werfen und uns mit ihnen die eine oder andere Zigarette anstecken.
<p class="MsoNormal" style="margin-left: 0cm; text-indent: 0cm;">Die Scheinchen allerdings sind eigentlich nicht f&#252;r uns bestimmt. Die dritte Ausgabe des <a href="http://www.darmspiegel.de/">Darmspiegels</a> steht seit Sonntag zum <a href="http://www.darmspiegel.de/magazin-download">Download</a> bereit. Der Titel dieser Ausgabe lautet „Wir armen Bonzen“ und als Flyer dienen unsere sch&#246;nen Spielgeldscheine – der Darmdollar.</p>
<p class="MsoNormal" style="margin-left: 0cm; text-indent: 0cm;">Also wird es leider vorerst nur beim anstecken von Zigaretten bleiben. Das d&#252;rfen wir aber auch nicht &#252;bertreiben, sonst haben wir am Ende keine Flyer mehr.</p>
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		<title>Der Zauber von Bucovina</title>
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		<pubDate>Tue, 06 May 2008 19:00:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tobias</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Bucovina]]></category>
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		<category><![CDATA[Musik]]></category>
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		<description><![CDATA[„Das ist keine Kompromissveranstaltung. Entweder du liebst es, oder du fl&#252;chtest“, sagt Shantel &#252;ber das Ph&#228;nomen Bucovina Club. Vor nunmehr f&#252;nf Jahren ver&#246;ffentlichte der Frankfurter DJ, Produzent und Musiker Stefan Hantel, inspiriert von der Reise in die Bukowina, die Heimat seinerGro&#223;eltern, die Compilation Bucovina Club. Es ist ein energetischer Stil-mix zwischen Ost und West, Tradition [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>„Das ist keine Kompromissveranstaltung. Entweder du liebst es, oder du fl&#252;chtest“, sagt Shantel &#252;ber das Ph&#228;nomen Bucovina Club. Vor nunmehr f&#252;nf Jahren ver&#246;ffentlichte der Frankfurter DJ, Produzent und Musiker Stefan Hantel, inspiriert von der Reise in die Bukowina, die Heimat seinerGro&#223;eltern, die Compilation Bucovina Club. Es ist ein energetischer Stil-mix zwischen Ost und West, Tradition und Moderne. Balkan-Pop trifft auf jiddischen Klezmer, Roma-Blaskapellen auf t&#252;rkische Volksmusik, Folkloreauf Elektronik. Von Frankfurt aus erobert die dazugeh&#246;rige Veranstaltungsreihe BucovinaClub Kontinentaleuropa – ohne dabei &#252;ber den Status des Geheimtipps hinaus zu kommen. Am 16. Mai wird Shantel der enthemmt tanzenden Masse in der Centralstation vom DJ-Pult zurufen: „Darmstadt, ihr seid der Bauch-nabel Europas! Die kosmopolitische Schnittstelle zwischen Orient und Okzident!“ – und wenn man nicht gefl&#252;chtet ist, wird man ihn verstehen, den Zauber von Bucovina.</em></p>
<p><a href="http://unterdrei.net/blog/wp-content/uploads/2009/08/Tobias-Reitz-Bucovina-Shantel.png"><img class="alignleft size-full wp-image-279" title="Bucovina" src="http://unterdrei.net/blog/wp-content/uploads/2009/08/Bucovina.png" alt="Bucovina" width="580" height="435" /></a></p>
<p><strong>Du hast dich in letzter Zeit ziemlich rar gemacht im Rhein-Main-Gebiet und bist durch ganz Europa getourt. Der Bucovina Club wird immer popul&#228;rer. Ist Shantel noch Partisane oder schon Popstar?</strong></p>
<p>Weder noch. In der eigenen Stadt ist es einfach, auf den Misthaufen zu krabbeln und laut zu kr&#228;hen. &#196;hnliche Erfolge im Ausland zu erfahren ist die gr&#246;&#223;ere Herausforderung. Ich habe in Frankfurt angefangen und dann die Kreise immer weiter gezogen. Jetzt gehe ich Angeboten nach, egal aus welchem Winkel der Erde sie kommen.</p>
<p><strong>Momentan sind das noch &#252;berwiegend Winkel in Europa. Planst du den Bucovina Club auch nach S&#252;damerika, in die USA oder nach Asien zu exportieren?</strong></p>
<p>Im M&#228;rz hatte ich eine Einladung nach Japan, die ich aus gesundheitlichen Gr&#252;nden absagen musste. Auftritte in Amerika oder S&#252;damerika sind ein logistisches und &#246;konomisches Problem, weil sie h&#246;here Kosten verursachen. Zudem ist Nordamerika im kulturellen Kontext betrachtet eine Art Entwicklungsland. Es ist bezeichnend, dass viele US-amerikanischen Pop- oder Rockk&#252;nstler in ihrem eigenen Land keinen Fu&#223; vor die T&#252;r bekommen und ihre Erfolge hier in Kontinentaleuropa feiern.</p>
<p><strong>Aber auch hier war es nicht einfach, die Menschen f&#252;r den Bucovina Club zu begeistern.</strong></p>
<p>Nein, es war &#252;berhaupt nicht einfach. Ganz im Gegenteil. Ich habe zu Beginn den strengen Wind des Unverst&#228;ndnisses und der Entr&#252;stung gesp&#252;rt. Die meisten Menschen, Plattenlabel oder Musikvertriebe konnten damit &#252;berhaupt nichts anfangen und haben mich f&#252;r verr&#252;ckt erkl&#228;rt.</p>
<p><strong>Gab es nach diesen anf&#228;nglichen Schwierigkeiten einen Punkt, an dem du pl&#246;tzlich gesp&#252;rt hast: Man, jetzt geht aber die Post ab?</strong></p>
<p>Die Dynamik war schon am ersten Abend da. Die Szene war zwar kleiner, doch es war ein positives, berauschendes Erlebnis, bei dem unglaublich viel freigesetzt wurde: Energie, Hedonismus und &#220;berraschung.</p>
<p><strong>Diese Energie im Bucovina Club ist eine ganz besondere. Menschen ohne jegliche Affinit&#228;t zum Tanzen fangen pl&#246;tzlich an, sich wild zu bewegen. Wie schaffst du es, ihnen mit deiner Musik die Hemmungen zu nehmen?</strong></p>
<p>Der Bucovina Club lebt von einem Zauber. Von einer Magie, die man nicht ganz entschl&#252;sseln kann. Auch f&#252;r mich ist es immer wieder eine &#220;berraschung, zu beobachten wie viel m&#246;glich ist. Musik kann sehr viel bewegen und ausl&#246;sen. Sie ist im positiven Sinne ein Mittel, gewisse Reglements und Beschr&#228;nkungen f&#252;r ein paar Stunden aus den Angeln zu heben.</p>
<p><strong>Du bringst den Menschen hier die Kultur Osteuropas n&#228;her. Wie wird deine Musik in Osteuropa selbst aufgenommen?</strong></p>
<p>Das musikalische Empfinden ist im Osten nicht anders als bei uns. Die Vorstellung, dass in Osteuropa an jeder Ecke irgendwelche wilden Gypsy-Partys und Hochzeiten stattfinden, ist ein totaler Quatsch – ein Klischee, das man aus Filmen von Kusturica kennt, aber nicht die Realit&#228;t. Die Massenmedien servieren den Leuten einen westlich orientierten Unterhaltungspop. Meine Musik ist im Osten genau so exotisch wie hier. Beim Bucovina Club spielt es keine Rolle, ob du Deutscher oder &#214;sterreicher bist oder Serbe, Grieche, Rum&#228;ne oder T&#252;rke.</p>
<p><strong>Die Bukowina, eine historische Landschaft zwischen Rum&#228;nien und der Ukraine, inspirierte dich zum Konzept des Bucovina Clubs. Es war die Heimat deiner Gro&#223;eltern m&#252;tterlicherseits. Sie lebten vor ihrer Vertreibung in Czernowitz, wo es zur Zeit der &#246;sterreichisch-ungarischen Monarchie ein gleichberechtigtes Zusammenleben verschiedener Kulturkreise gab. Ukrainer, Polen, Rum&#228;nen, Ruthenen, Juden, Roma und Deutsche…</strong></p>
<p>…das war f&#252;r mich immer ein magischer Ort! Schon in meiner Kindheit habe ich viel &#252;ber diese Stadt gelesen und geh&#246;rt. Nach dem zweiten Weltkrieg wurde die Gegend von der Sowjetunion annektiert und es war schwierig, dorthin zu reisen. Nach dem Fall der Mauer habe ich mir Czernowitz angeguckt. Zun&#228;chst als Tourist ohne besondere Mission oder konkrete Idee. Ich wollte einfach den Geruch, den ich im Kopf hatte, mit plastischen Bildern erg&#228;nzen. Das war eine spannende Erfahrung, aber ich habe schnell festgestellt, dass die Ideale und Visionen, die diese Stadt in der Vergangenheit verk&#246;rperte, heute nicht mehr existieren.</p>
<p><strong>Viele bringen deinen Namen mit den Filmen von Fatih Ak?n in Verbindung. F&#252;r „Auf der anderen Seite“ hast du den Soundtrack zusammengestellt und hattest sogar einen kurzen Gastauftritt im Film. Wie entsteht so ein Soundtrack?</strong></p>
<p>Es war eigentlich unspektakul&#228;r. Fatih hat mich eines Tages angerufen und mich gefragt, ob ich den Soundtrack machen m&#246;chte. Ich war &#252;berrascht, habe ihm gesagt, dass ich so etwas noch nie gemacht habe und ihn gefragt, ob er sich sicher ist mit seiner Wahl. Filmmusik zu machen, ist etwas ganz anderes als ein Projekt wie Disko Partizani. Filmmusik ist eine sehr emotionale und atmosph&#228;rische Angelegenheit. Ich habe zugesagt, zuerst das Drehbuch gelesen und dann direkt die Musik gemacht – da wurde der Film noch gar nicht produziert. Es war eine Aufgabe, die ich als Bereicherung betrachte. Man sollte sich immer mit einem Bein aufs Glatteis bewegen und viele neue Herausforderungen und M&#246;glichkeiten austesten.<br />
<strong><br />
Eine neue Herausforderung wartet im Sommer auf dich. Du bist auf vielen Festivals und die Leute kommen nicht explizit zu dir – Du kommst zu den Leuten…</strong></p>
<p>Rockfestivals sind einerseits ein Haifischbecken, Massenveranstaltungen mit wenig Platz f&#252;r Details. Andererseits erreicht man auf diesem Weg wahnsinnig viele Menschen. Ein Format wie Disko Partizani l&#228;uft nicht im &#246;ffentlich-rechtlichen Radio oder Fernsehen. Es ist selbstverst&#228;ndlich, einen Country-Song oder irgendeine Ami-Pop-Schnulze zu h&#246;ren, nicht aber ein t&#252;rkisches Lied. Das ist krank. Wenn ich das Radio anmache, h&#246;re ich nur West, West, West. Es muss doch die M&#246;glichkeit geben, dass Roots-Musik &#228;hnlich wie Reggae, Dancehall oder Latin Pop zum kulturellen Selbstverst&#228;ndnis werden kann. Wenn ich einen Teil auf dem Weg zu diesem Selbstverst&#228;ndnis beitragen kann, w&#228;re das gro&#223;artig.</p>
<p><strong>Du bist nicht nur DJ, sondern auch Musiker und Produzent – betreibst mit Essayrecordings dein eigenes Label. Was k&#246;nnen wir als n&#228;chstes von dir erwarten? </strong></p>
<p>Es wird sicherlich irgendwann eine dritte Folge der Bucovina-Club-Reihe geben. Wann das sein wird, wei&#223; ich noch nicht. Im Moment ist der Weg, den ich mit Disko Partizani eingeschlagen habe, die gr&#246;&#223;ere Herausforderung. Ich habe viele Ideen im Kopf, so dass es auf jeden Fall ein zweites Album geben wird.</p>
<p><strong>Shantel &#252;ber&#8230;</strong></p>
<p><strong>… Frankfurt</strong></p>
<p>Frankfurt ist eine wunderbare Stadt, weil das, was man hier nicht hat – und das ist eine Menge – sich wunderbar erfinden kann. Der Bucovina Club ist auch so eine Erfindung gewesen. Man denkt, die neusten Trends m&#252;ssen in London, Paris oder Berlin kreiert werden. Das ist aber Quatsch. Man kann das auch in einer unaufgeregten, etwas provinzielleren Stadt wie Frankfurt machen.</p>
<p><strong>… Istanbul</strong></p>
<p>Istanbul ist ein Schmelztiegel, in dem Geschichte, Tradition und Moderne hart aufeinander treffen. Es ist ein Kontrast-Ort. Man braucht Jahre, um diese Stadt zu verstehen und kennen zu lernen.</p>
<p><strong>… Berlin</strong></p>
<p>Berlin ist ein Durchlauferhitzer. Ich finde die Stadt nicht ann&#228;hernd so elektrisierend und erquickend, wie sie in den Medien dargestellt wird. Da sind andere Pl&#228;tze spannender. Das kann auch ein Provinzkaff sein, irgendwo in Ober-&#214;sterreich.</p>
<p><strong>… Darmstadt</strong></p>
<p>Der Fakt, dass ich hier seit einigen Jahren mit einer guten Entwicklung den Bucovina-Club in der Centralstation veranstalte, spricht f&#252;r die Stadt. Man muss das Gl&#252;ck nicht unbedingt in der Ferne oder in der Metropole suchen. Man kann es auch in Darmstadt finden. Hei&#223;t ja nicht, dass man dort beerdigt werden m&#246;chte.</p>
<p><strong>Stefan Hantel alias Shantel</strong> wurde 1968 in Frankfurt am Main geboren. Nach einem Grafikdesign-Studium in Pariskehrte er 1991 nach Frankfurt zur&#252;ck und er&#246;ffneteeinen Club. 1994 gr&#252;ndete er das Label Essayrecordings. Nach der Reise nach Czernowitz in der Bukowina erfand Shantel 2001 seinen weltoffenen elektronischen Stil neu und kreierte das Format Bucovina Club. 2006 wurde ihm daf&#252;r der BBC World Music Award zugesprochen, der neben dem Grammy eine der wichtigsten Auszeichnungen ist, die im internationalen Musikbusiness vergeben werden.</p>
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