Das fängt ja gut an

Während unser Gang die Tradition der Mai-Wanderung durch die Weinreben der Bergstraße pflegt und mit viel Pausen und noch mehr Wein zum Feuerwehrfest pilgert, veröffentlicht die Chefetage den darmspiegel #2.
Wir waren wieder mit dabei – den kritischen oder begeisterten Blick überlassen wir deshalb lieber den Lesern. Brav downloaden und die beiden Covermodels Denise und Sven aus dem Karlshof bewundern!

Tag gegen Lärm

Psst! Schon gehört? Heute ist der Tag gegen Lärm – oder etwas stylischer gesagt: The International Noise Awareness Day. Die Deutsche Gesellschaft für Akkustik (DEGA) ruft – und das ist doch bereits ein Widerspruch in sich – die Welt dazu auf, jeglichen Radau zu vermeiden. Doch der Karlshof ist dort, wo die Welt endet und so trampeln die Bauarbeiter auf ihren metallenen Laufstegen auf und ab, bohren, schweißen, brüllen. Und legen sie dann doch einmal ein Päuschen ein, zwitschern die Vögel ihren Unmut über den grauen April. Sachen gibt’s.

darmspiegel. morgen.

Photospam in Google Earth

Darmstadts Ansicht aus dem All hat viele kleine blaue Pickel.

Sie ist schon sehr web 2.0-ig, diese Funktion, mit der man in Google Earth Photos platzieren kann und somit der ganzen Welt zu Verfügung stellt.

Eine inhaltliche Kontrolle scheint dort allerdings nicht stattzufinden. Von bekannten Plätzen gibt es immer eine ganze Batterie von Photos. Ob Photokünstler oder geschmacksfreie r Handycamprofi. Jeder hat natürlich ein Bild vom Lui und möchte es stolz präsentieren.

Zumindest findet man so schnell die markanten Stellen in Google Earth. Luisenplatz, Mathildenhöhe und Hundertwasserhaus sind bedeckt von blauen Punkten.

Doch was sich auf Darmstadts Google Earth-Karte findet, grenzt an Photospam: Überall wimmelt es vor Photos von Radwegen. Ein gewisser Michael Wittmann „dokumentiert“ jeden Radweg in Darmstadt.

Seine Photos tragen Titel von „Neue Radwege sind immer zu kurz“ über „Guter Radweg“ bis „Behördliches Unvermögen: Reine Fußgängerampel“.

Doch die Frage, die sich mir ob dieser Photos aufdrängt, hat schon ein anderer gestellt: „Michael, was läuft bei Dir schief?“

Gemüsedöner und Sonnenschein

Lecker war es in Berlin. Und da wir selbst so dankbar waren für all die kleinen Tipps, zugeflüstert von diversen (Ex-)Berlinern, möchte ich euch diesen schmackhaften Reiseführer nicht vorenthalten:

Tipp 1: Essen im Zentrum kostet viel Geld und hat wenig Flair. Also ab nach Friedrichshain, auf den Kreuzberg und den Prenzlauer Berg!

Tipp 2: Mustafa’s Gemüsekebab. Direkt an der U-Bahn-Station Mehringdamm in Kreuzberg steht eine kleine unscheinbare Bude, die mein Verständnis von einem guten Döner revolutioniert hat. Würzige Soße (Kräuter, Knoblauch oder Scharf) in den Dürüm oder den Fladen, dazu leckeres Dönerfleisch, Kraut, Salat, Zwiebeln und ordentlich gegrilltes Gemüse. Als Abrundung ein Fitzelchen frisch gepresste Zitrone. Ein wahrer Genuss für wenig Geld.

Tipp 3: Beckers Fritten. Die orangene Frittenbude in der Oranienburger Straße, schräg gegenüber vom Tacheles, kommt ohne den oft fälschlich gesetzten Apostroph im Namen aus. Das freut den Germanisten und den Gaumen zugleich. In belgischer Tradition werden die Pommes frisch zubereitet und mit Schale frittiert. Dazu wählt man zwischen unzähligen Soßen – ich empfehle die Knoblauch-Mayo. Die Currywurst kann man sich sparen, statt dessen lieber eine große Tüte Pommes für drei Euro erwerben.

Tipp 4: Nil. Leider habe ich mir den Straßennamen nicht gemerkt. Aber wenn ihr in der Nähe des Schlesischen Tors einen nicht gerade einladenden Sudanesischen Imbiss namens Nil findet, geht hinein und esst irgendetwas mit dieser fantstischen Erdnuss-Soße!

Tipp 5: Yellow Sunshine. Als überzeugter Fleisch-Esser hätte ich es ja nicht für möglich gehalten, aber dieser vegetarische Burger war, man muss es so deutlich sagen, geil! Im Yellow Sunshine in der Wiener Straße 19 in Kreuzberg, das von sich selbst behauptet der erste vegetarische Bio-Schnellimbiss zu sein, gibt es von Gyros über Burger alle leckeren Fast-Food-Gerichte ganz ohne Fleisch. Das schmeckt dem Vegetarier oder Veganer aber auch dem Fleischfreund, wie mein tapferer Selbstversuch gezeigt hat. Für sieben bis acht Euro gibt es ein Menü mit Burger, Pommes, Salat und Bio-Limonade. Läuft.

Diese Schleichwerbung war mir ein Vergnügen. Jetzt gilt es meinen Stamm-Kebab beizubringen, wie er seinen Döner etwas aufmotzen könnte. So ein bisschen Gemüse und ein Fitzelchen Zitrone… dit wär was.

Prekäre Generation der Rentner

Im Sperrmüll herumwühlen, etwas ungemein Nützliches finden, es nach Hause tragen und dort die Eltern damit überraschen, dass überteuertes Kommerzplastikspielzeug doch nicht das Höchste der Gefühle ist. Das haben wir alle mindestens schon einmal erlebt – in unserer Kindheit.

Aber wer ist dieser alte Mann? Fast möchte man ihm Hilfestellung geben, damit er beim Versuch, in den Container zu klettern, nicht stürzt.

Es wirkt absurd und entwürdigend zugleich, einen Rentner im Sperrmüll eines Studentwohnheimes zu sehen. An einem Sonntagnachmittag. Keine drei Meter daneben der professionelle Pfandsammler mit Teleskopgreifer.

Ich fühle mich erinnert an den letzten Klausurtext über einen Berliner Flaschensammler, und frage mich, was wohl die Geschichte dieses Mannes ist. Vielleicht ist er dement? Vielleicht ist er auch nur ein Bastler?

Manchmal ist Photographieren einfacher als Nachfragen.

Ich bin nicht K. Riechers

Da ich schon von meinem eigenen Vater gefragt wurde, ob ich der Verfasser dieses Artikels bei bild.de sei, wollte ich hier nur kurz verlautbaren: Ich bin nicht K. Riechers.

Auch wenn es leider nicht auf alle meine Artikel der Vergangenheit zutrifft, zeichne ich – die meisten wissen es – grundsätzlich als Kersten A. (sprich: A-Punkt) Riechers.

Das Kürzel kar habe schließlich schon seit meiner Kindheit.

Asbest: Betreten der Baustelle verboten

Asbest (altgriech. ????????, asbestos, „unvergänglich”). So steht es geschrieben in der Wikipedia. So klebt es an unserer schönen Karlshof-Fassade.

Unvergänglich. Bis zum heutigen Morgen. Um 7 Uhr setze ich mich an den Frühstückstisch und keinen Meter neben mir pappt eine Gestalt im Schutzanzug ein gelbes Schild so an unsere gläserne Haustür, dass ich es von innen lesen kann: Betreten der Baustelle verboten.

Der Mann schaut etwas verdutzt, als er den Daumen auf den Kleber drückend in mein Gesicht blickt. Ich schaue mindestens genau so verdutzt zurück. Für einen Bruchteil einer Sekunde überlege ich, ob dieses Schild eine zweite Runde Schlaf rechtfertigen könnte, öffne aber doch die Tür und sage: „Entschuldigung, aber in einer halben Stunde muss ich hier raus.”

Man versichert mir, dass das kein Problem sei, da ja eh erst bei den Nachbarn begonnen würde. Ich schaue die drei Meter bis zur nachbarischen Tür herüber und denke: Aha.

Kurz bevor ich zum Bus gehe, schieße ich noch einige Photos. Zwar habe ich keine Ahnung, bis in welche Entfernung Asbest gefährlich ist – und noch splittert nichts – aber der etwas abseits stehende Arbeiter links hat den Mundschutz herunter genommen. Ich postiere mich also auf selber Höhe und beobachte das Treiben durch mein Objektiv. Irgendwann merkt das auch der an vorderster Front kämpfende Herr und wird leicht aufgeregt. Was wir da zu suchen hätten so ganz ohne Mundschutz. Ich sehe noch mal zu dem ungeschützten Mann neben mir, aber setze dann doch nicht zur Verteidigungsrede an. Rückzug ist angesagt. Im Treppenhaus holt mich der Gasmaskenmann doch noch ein, um mir den Sachverhalt zu erläutern.

Letztendlich bin ich ihm dankbar, schließlich habe ich keine Ahnung von Asbest und er hat Recht, wenn er sagt: „Am Ende bin ich Schuld, wenn Ihnen was passiert.”

Bleibt noch festzustellen, dass die Vorgehensweise auf mich Laien vernünftig gewirkt hat. Erst anfeuchten, dann in ganzen Stücken entfernen und eintüten. Gefährlich wird es wohl erst, wenn es splittert. Ob in so einem Fall jedoch die recht schlechte Isolierung der Fenster und Türen ein ausreichender Schutz ist, wage ich zu bezweifeln. Wo die Luft durchzieht, sind böse Asbestfasern nicht weit. Oder?

Schnitzel oder Pizza?

Es ist bald schon wieder Mittag und wir haben Hunger. Dähsi hat sich freundlicherweise bereit erklärt, unsere Partypizzen zu ordern. Doch so einfach scheint das in Dead-Dieburg gar nicht zu sein. Die einen liefern erst ab 16 Uhr, die anderen nur an Firmen. Wir sind 18 Leute. Vielleicht organisieren wir uns für das nächste Mal eine Metrokarte?

Die Möglichkeit einer Onlinebestellung für Pizzen wäre natürlich besonders toll. Aber das erwarten wir von Dieburg ja gar nicht. Aber wenn es einfach keine Pizza gibt, dann steigen wir doch einfach auf Schnitzel um. Dähsi hat gerade etwas gefunden: wo-ich-mein-schnitzel-be.com

Burg Frankenstein

Also doch. GvA hat uns gerade auf die Seite wevent.org hingewiesen und was erschien da unter dem Suchbegriff Darmstadt auf dem grünstichigen Beamerbild? Halloween auf Burg Frankenstein.

An drei Wochenenden Halloween feiern? Das stelle ich mir anstrengend vor. Aber danach kommt dann ja gleich die lange Zeit der Weihnachtsfeiern in Betrieben und Vereinen. Da kann man sich dann wieder entspannen.