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	<title>unterdrei &#187; Musik</title>
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	<description>Von 2007 bis 2009 war dies das gemeinsame Blog und Portfolio dreier Online-Journalismus-Studenten zu Netz, Print und Crossmedia.</description>
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		<title>Kochen ist Anarchie</title>
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		<pubDate>Tue, 27 Jan 2009 19:00:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tobias</dc:creator>
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		<description><![CDATA[F&#252;nf rote Sterne deluxe: Wer die Rote Gourmet Fraktion als Tour-K&#246;che engagiert, schlemmt backstage im Schlaraffenland. Ole Plogstedt und J&#246;rg Raufeisen &#252;ber Punkrock-Catering und die politisch korrekte Studenten-K&#252;che »I hate Christmas. I hate Jesus. But it’s okay that it’s gone.« Ein englischer Rowdie mit knolliger Nase und verquollenen Augen antwortet grinsend auf die Frage nach [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>F&#252;nf rote Sterne deluxe: Wer die Rote Gourmet Fraktion als Tour-K&#246;che engagiert, schlemmt backstage im Schlaraffenland. Ole Plogstedt und J&#246;rg Raufeisen &#252;ber Punkrock-Catering und die politisch korrekte Studenten-K&#252;che</em></p>
<p><a href="http://unterdrei.net/blog/wp-content/uploads/2009/08/tobias-reitz-rgf.png"><img class="alignleft size-large wp-image-353" title="rgf" src="http://unterdrei.net/blog/wp-content/uploads/2009/08/rgf-1024x664.png" alt="rgf" width="579" height="375" /></a></p>
<p>»I hate Christmas. I hate Jesus. But it’s okay that it’s gone.« Ein englischer Rowdie mit knolliger Nase und verquollenen Augen antwortet grinsend auf die Frage nach den Feiertagen. Keine Festtagsromantik am Morgen des zweiten Weihnachtsfeiertags in der Frankfurter Festhalle. M&#228;nner mit Helmen und verw&#252;steten Frisuren, schweren Stiefeln und Pullovern von Bands quer durch die Rockgeschichte schleppen zentnerschwere B&#252;hnenbauteile, installieren Scheinwerfer und Technik, klopfen, h&#228;mmern, schrauben. Zehn Stunden sp&#228;ter werden hier die Toten Hosen in der ausverkauften Halle spielen. Frankfurt ist eine der letzten Stationen ihrer »machmalauter«-Tour im Jahr 2008. Mit auf Tournee ist auch diesmal die Rote Gourmet Fraktion (RGF). Der Catering-Service von Ole Plogstedt und J&#246;rg Raufeisen ist seit Jahren ein treuer Begleiter der Hosen.<br />
In den Katakomben der Festhalle versorgt das Team um die beiden Hamburger sowohl Band als auch Crew mit Speis und Trank. In der Cafeteria sitzen einige der Arbeiter beim Fr&#252;hst&#252;ck. Tannenzweige, Kerzen und N&#252;sse zieren die Biertische, &#252;berzogen mit roten Plastiktischdecken. Etwas Festtagsromantik f&#252;r hartgesottene Rocker. Das Buffet hingegen ist klassisch gehalten: Plastikratten und Totenk&#246;pfe blicken zwischen Cerealien, Obst, Kaffee, Br&#246;tchen und Warmhaltevorrichtungen hervor. An der Wand h&#228;ngt ein gro&#223;er schwarzer Stofffetzen: »All Cooks Are Bastards« – ein Sp&#228;&#223;chen, gewachsen auf den Mist eines gewissen Farin U. Das RGF-Banner mit dem inzwischen markenrechtlich gesch&#252;tzten roten Stern prangt direkt &#252;ber der Anrichte. Der Name st&#246;&#223;t bis heute auf Ablehnung. Doch er dient auch als Filter; bewahrte die RGF vor unliebsamen Kunden, als J&#246;rg und Ole noch zu zweit in den Hinterzimmern deutscher Konzerthallen Musikermampf kredenzten.</p>
<p>AC/DC dr&#246;hnt aus der K&#252;che nebenan. Der iPod auf der gro&#223;en Box mit den zahllosen Gew&#252;rzen l&#228;uft auf Dauerrotation. Um 7.45 Uhr gingen bei der RGF heute die Truckt&#252;ren auf. W&#228;hrend nach und nach alle Flightcases mit Herden, Kaffeemaschinen, Mikrowellen, T&#246;pfen, Deko, Geschirr und Ged&#246;ns in die Kellerr&#228;ume der Festhalle gewuchtet wurden, lief der erste Kaffee durch. Nur 30 Minuten sp&#228;ter brutzelten die R&#252;hreier in der Pfanne. »Die erste halbe Stunde ist zum Wachwerden. Da m&#252;ssen alle Vollgas geben«, sagt Ole. Und mit Vollgas geht es weiter. Mindestens bis halb zw&#246;lf in der Nacht, manchmal l&#228;nger.</p>
<p>L&#228;ngst sind Ole und J&#246;rg nicht mehr alleine. Die RGF ist fast 16 Jahre nach der Gr&#252;ndung Veranstalter von Show-Koch-Events, Eventcaterings und Kochkursen. In Hochzeiten sind bis zu 50 Leute besch&#228;ftigt. In Frankfurt sind es deren sechs. Sie schnibbeln, d&#252;nsten, kochen, kosten. Ein junger Koch mit schwarzer RGF-Pudelm&#252;tze steht an einem der mobilen Herde. Sein t&#228;towierter Arm br&#228;t Fleischwurst an; deftige Kost f&#252;r hungrige Arbeiterm&#228;gen. »Die Jungs sind da drau&#223;en Traversen am kloppen. Denen kannst du nicht mit kleinen Tellerchen kommen«, wei&#223; J&#246;rg um die Wu?nsche der Kunden. »Mittags gibt’s was Derbes, Gullasch oder Hackbraten – abends dann richtige Angeberteller mit frittierter Garnitur und Schaums&#246;&#223;chen.«</p>
<p>Die Men&#252;s entstehen in den Tagen vor der Tournee in der RGF-Homebase in Hamburg. Die Zutaten kauft die Crew vor Ort beim n&#228;chsten Lebensmittelgro&#223;handel. F&#252;r frische Produkte und Extraw&#252;nsche ist jederzeit ein ortskundiger Runner abrufbereit. Das ist zum Beispiel, »wenn Earth, Wind &amp; Fire zweieinhalb Kilo Ingwer bestellen«, sagt Ole, »und ich das durch die Saftpresse hauen und erw&#228;rmen muss, um es dann nochmal durch den Kaffeefilter zu jagen. Die trinken das mit irgendwas, weil’s gut fu?r die Gesundheit ist. Das ist f&#252;r jemanden, der das liest, ausgefallen. F&#252;r uns ist das ganz normal.«<br />
Bei der Men&#252;wahl d&#252;rfen alle ihre Ideen einbringen. Rezepte als Inspirationsquelle nutzt Ole nicht. Kochen ist Anarchie. Aber weil jede gepflegte Anarchie eine gewisse Hierarchie brauche, gebe es auch in den fahrenden K&#252;chen der RGF K&#252;chenchefs, erkl&#228;rt Ole. J&#246;rg und er stehen selbst immer seltener hinter dem Herd. »Wir versuchen das so h&#228;ufig wie m&#246;glich, doch wenn dauernd das Handy klingelt, kann man einfach nicht kochen«, sagt J&#246;rg und schmeckt schnell noch die Curry-Sauce f&#252;r das bevorstehende Mittagessen ab.</p>
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		<title>Der Zauber von Bucovina</title>
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		<pubDate>Tue, 06 May 2008 19:00:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tobias</dc:creator>
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		<description><![CDATA[„Das ist keine Kompromissveranstaltung. Entweder du liebst es, oder du fl&#252;chtest“, sagt Shantel &#252;ber das Ph&#228;nomen Bucovina Club. Vor nunmehr f&#252;nf Jahren ver&#246;ffentlichte der Frankfurter DJ, Produzent und Musiker Stefan Hantel, inspiriert von der Reise in die Bukowina, die Heimat seinerGro&#223;eltern, die Compilation Bucovina Club. Es ist ein energetischer Stil-mix zwischen Ost und West, Tradition [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>„Das ist keine Kompromissveranstaltung. Entweder du liebst es, oder du fl&#252;chtest“, sagt Shantel &#252;ber das Ph&#228;nomen Bucovina Club. Vor nunmehr f&#252;nf Jahren ver&#246;ffentlichte der Frankfurter DJ, Produzent und Musiker Stefan Hantel, inspiriert von der Reise in die Bukowina, die Heimat seinerGro&#223;eltern, die Compilation Bucovina Club. Es ist ein energetischer Stil-mix zwischen Ost und West, Tradition und Moderne. Balkan-Pop trifft auf jiddischen Klezmer, Roma-Blaskapellen auf t&#252;rkische Volksmusik, Folkloreauf Elektronik. Von Frankfurt aus erobert die dazugeh&#246;rige Veranstaltungsreihe BucovinaClub Kontinentaleuropa – ohne dabei &#252;ber den Status des Geheimtipps hinaus zu kommen. Am 16. Mai wird Shantel der enthemmt tanzenden Masse in der Centralstation vom DJ-Pult zurufen: „Darmstadt, ihr seid der Bauch-nabel Europas! Die kosmopolitische Schnittstelle zwischen Orient und Okzident!“ – und wenn man nicht gefl&#252;chtet ist, wird man ihn verstehen, den Zauber von Bucovina.</em></p>
<p><a href="http://unterdrei.net/blog/wp-content/uploads/2009/08/Tobias-Reitz-Bucovina-Shantel.png"><img class="alignleft size-full wp-image-279" title="Bucovina" src="http://unterdrei.net/blog/wp-content/uploads/2009/08/Bucovina.png" alt="Bucovina" width="580" height="435" /></a></p>
<p><strong>Du hast dich in letzter Zeit ziemlich rar gemacht im Rhein-Main-Gebiet und bist durch ganz Europa getourt. Der Bucovina Club wird immer popul&#228;rer. Ist Shantel noch Partisane oder schon Popstar?</strong></p>
<p>Weder noch. In der eigenen Stadt ist es einfach, auf den Misthaufen zu krabbeln und laut zu kr&#228;hen. &#196;hnliche Erfolge im Ausland zu erfahren ist die gr&#246;&#223;ere Herausforderung. Ich habe in Frankfurt angefangen und dann die Kreise immer weiter gezogen. Jetzt gehe ich Angeboten nach, egal aus welchem Winkel der Erde sie kommen.</p>
<p><strong>Momentan sind das noch &#252;berwiegend Winkel in Europa. Planst du den Bucovina Club auch nach S&#252;damerika, in die USA oder nach Asien zu exportieren?</strong></p>
<p>Im M&#228;rz hatte ich eine Einladung nach Japan, die ich aus gesundheitlichen Gr&#252;nden absagen musste. Auftritte in Amerika oder S&#252;damerika sind ein logistisches und &#246;konomisches Problem, weil sie h&#246;here Kosten verursachen. Zudem ist Nordamerika im kulturellen Kontext betrachtet eine Art Entwicklungsland. Es ist bezeichnend, dass viele US-amerikanischen Pop- oder Rockk&#252;nstler in ihrem eigenen Land keinen Fu&#223; vor die T&#252;r bekommen und ihre Erfolge hier in Kontinentaleuropa feiern.</p>
<p><strong>Aber auch hier war es nicht einfach, die Menschen f&#252;r den Bucovina Club zu begeistern.</strong></p>
<p>Nein, es war &#252;berhaupt nicht einfach. Ganz im Gegenteil. Ich habe zu Beginn den strengen Wind des Unverst&#228;ndnisses und der Entr&#252;stung gesp&#252;rt. Die meisten Menschen, Plattenlabel oder Musikvertriebe konnten damit &#252;berhaupt nichts anfangen und haben mich f&#252;r verr&#252;ckt erkl&#228;rt.</p>
<p><strong>Gab es nach diesen anf&#228;nglichen Schwierigkeiten einen Punkt, an dem du pl&#246;tzlich gesp&#252;rt hast: Man, jetzt geht aber die Post ab?</strong></p>
<p>Die Dynamik war schon am ersten Abend da. Die Szene war zwar kleiner, doch es war ein positives, berauschendes Erlebnis, bei dem unglaublich viel freigesetzt wurde: Energie, Hedonismus und &#220;berraschung.</p>
<p><strong>Diese Energie im Bucovina Club ist eine ganz besondere. Menschen ohne jegliche Affinit&#228;t zum Tanzen fangen pl&#246;tzlich an, sich wild zu bewegen. Wie schaffst du es, ihnen mit deiner Musik die Hemmungen zu nehmen?</strong></p>
<p>Der Bucovina Club lebt von einem Zauber. Von einer Magie, die man nicht ganz entschl&#252;sseln kann. Auch f&#252;r mich ist es immer wieder eine &#220;berraschung, zu beobachten wie viel m&#246;glich ist. Musik kann sehr viel bewegen und ausl&#246;sen. Sie ist im positiven Sinne ein Mittel, gewisse Reglements und Beschr&#228;nkungen f&#252;r ein paar Stunden aus den Angeln zu heben.</p>
<p><strong>Du bringst den Menschen hier die Kultur Osteuropas n&#228;her. Wie wird deine Musik in Osteuropa selbst aufgenommen?</strong></p>
<p>Das musikalische Empfinden ist im Osten nicht anders als bei uns. Die Vorstellung, dass in Osteuropa an jeder Ecke irgendwelche wilden Gypsy-Partys und Hochzeiten stattfinden, ist ein totaler Quatsch – ein Klischee, das man aus Filmen von Kusturica kennt, aber nicht die Realit&#228;t. Die Massenmedien servieren den Leuten einen westlich orientierten Unterhaltungspop. Meine Musik ist im Osten genau so exotisch wie hier. Beim Bucovina Club spielt es keine Rolle, ob du Deutscher oder &#214;sterreicher bist oder Serbe, Grieche, Rum&#228;ne oder T&#252;rke.</p>
<p><strong>Die Bukowina, eine historische Landschaft zwischen Rum&#228;nien und der Ukraine, inspirierte dich zum Konzept des Bucovina Clubs. Es war die Heimat deiner Gro&#223;eltern m&#252;tterlicherseits. Sie lebten vor ihrer Vertreibung in Czernowitz, wo es zur Zeit der &#246;sterreichisch-ungarischen Monarchie ein gleichberechtigtes Zusammenleben verschiedener Kulturkreise gab. Ukrainer, Polen, Rum&#228;nen, Ruthenen, Juden, Roma und Deutsche…</strong></p>
<p>…das war f&#252;r mich immer ein magischer Ort! Schon in meiner Kindheit habe ich viel &#252;ber diese Stadt gelesen und geh&#246;rt. Nach dem zweiten Weltkrieg wurde die Gegend von der Sowjetunion annektiert und es war schwierig, dorthin zu reisen. Nach dem Fall der Mauer habe ich mir Czernowitz angeguckt. Zun&#228;chst als Tourist ohne besondere Mission oder konkrete Idee. Ich wollte einfach den Geruch, den ich im Kopf hatte, mit plastischen Bildern erg&#228;nzen. Das war eine spannende Erfahrung, aber ich habe schnell festgestellt, dass die Ideale und Visionen, die diese Stadt in der Vergangenheit verk&#246;rperte, heute nicht mehr existieren.</p>
<p><strong>Viele bringen deinen Namen mit den Filmen von Fatih Ak?n in Verbindung. F&#252;r „Auf der anderen Seite“ hast du den Soundtrack zusammengestellt und hattest sogar einen kurzen Gastauftritt im Film. Wie entsteht so ein Soundtrack?</strong></p>
<p>Es war eigentlich unspektakul&#228;r. Fatih hat mich eines Tages angerufen und mich gefragt, ob ich den Soundtrack machen m&#246;chte. Ich war &#252;berrascht, habe ihm gesagt, dass ich so etwas noch nie gemacht habe und ihn gefragt, ob er sich sicher ist mit seiner Wahl. Filmmusik zu machen, ist etwas ganz anderes als ein Projekt wie Disko Partizani. Filmmusik ist eine sehr emotionale und atmosph&#228;rische Angelegenheit. Ich habe zugesagt, zuerst das Drehbuch gelesen und dann direkt die Musik gemacht – da wurde der Film noch gar nicht produziert. Es war eine Aufgabe, die ich als Bereicherung betrachte. Man sollte sich immer mit einem Bein aufs Glatteis bewegen und viele neue Herausforderungen und M&#246;glichkeiten austesten.<br />
<strong><br />
Eine neue Herausforderung wartet im Sommer auf dich. Du bist auf vielen Festivals und die Leute kommen nicht explizit zu dir – Du kommst zu den Leuten…</strong></p>
<p>Rockfestivals sind einerseits ein Haifischbecken, Massenveranstaltungen mit wenig Platz f&#252;r Details. Andererseits erreicht man auf diesem Weg wahnsinnig viele Menschen. Ein Format wie Disko Partizani l&#228;uft nicht im &#246;ffentlich-rechtlichen Radio oder Fernsehen. Es ist selbstverst&#228;ndlich, einen Country-Song oder irgendeine Ami-Pop-Schnulze zu h&#246;ren, nicht aber ein t&#252;rkisches Lied. Das ist krank. Wenn ich das Radio anmache, h&#246;re ich nur West, West, West. Es muss doch die M&#246;glichkeit geben, dass Roots-Musik &#228;hnlich wie Reggae, Dancehall oder Latin Pop zum kulturellen Selbstverst&#228;ndnis werden kann. Wenn ich einen Teil auf dem Weg zu diesem Selbstverst&#228;ndnis beitragen kann, w&#228;re das gro&#223;artig.</p>
<p><strong>Du bist nicht nur DJ, sondern auch Musiker und Produzent – betreibst mit Essayrecordings dein eigenes Label. Was k&#246;nnen wir als n&#228;chstes von dir erwarten? </strong></p>
<p>Es wird sicherlich irgendwann eine dritte Folge der Bucovina-Club-Reihe geben. Wann das sein wird, wei&#223; ich noch nicht. Im Moment ist der Weg, den ich mit Disko Partizani eingeschlagen habe, die gr&#246;&#223;ere Herausforderung. Ich habe viele Ideen im Kopf, so dass es auf jeden Fall ein zweites Album geben wird.</p>
<p><strong>Shantel &#252;ber&#8230;</strong></p>
<p><strong>… Frankfurt</strong></p>
<p>Frankfurt ist eine wunderbare Stadt, weil das, was man hier nicht hat – und das ist eine Menge – sich wunderbar erfinden kann. Der Bucovina Club ist auch so eine Erfindung gewesen. Man denkt, die neusten Trends m&#252;ssen in London, Paris oder Berlin kreiert werden. Das ist aber Quatsch. Man kann das auch in einer unaufgeregten, etwas provinzielleren Stadt wie Frankfurt machen.</p>
<p><strong>… Istanbul</strong></p>
<p>Istanbul ist ein Schmelztiegel, in dem Geschichte, Tradition und Moderne hart aufeinander treffen. Es ist ein Kontrast-Ort. Man braucht Jahre, um diese Stadt zu verstehen und kennen zu lernen.</p>
<p><strong>… Berlin</strong></p>
<p>Berlin ist ein Durchlauferhitzer. Ich finde die Stadt nicht ann&#228;hernd so elektrisierend und erquickend, wie sie in den Medien dargestellt wird. Da sind andere Pl&#228;tze spannender. Das kann auch ein Provinzkaff sein, irgendwo in Ober-&#214;sterreich.</p>
<p><strong>… Darmstadt</strong></p>
<p>Der Fakt, dass ich hier seit einigen Jahren mit einer guten Entwicklung den Bucovina-Club in der Centralstation veranstalte, spricht f&#252;r die Stadt. Man muss das Gl&#252;ck nicht unbedingt in der Ferne oder in der Metropole suchen. Man kann es auch in Darmstadt finden. Hei&#223;t ja nicht, dass man dort beerdigt werden m&#246;chte.</p>
<p><strong>Stefan Hantel alias Shantel</strong> wurde 1968 in Frankfurt am Main geboren. Nach einem Grafikdesign-Studium in Pariskehrte er 1991 nach Frankfurt zur&#252;ck und er&#246;ffneteeinen Club. 1994 gr&#252;ndete er das Label Essayrecordings. Nach der Reise nach Czernowitz in der Bukowina erfand Shantel 2001 seinen weltoffenen elektronischen Stil neu und kreierte das Format Bucovina Club. 2006 wurde ihm daf&#252;r der BBC World Music Award zugesprochen, der neben dem Grammy eine der wichtigsten Auszeichnungen ist, die im internationalen Musikbusiness vergeben werden.</p>
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