„Echte Schöpfer spielen Lego, Playmobil ist für stupide Stecker!“

Wii oder Playstation 3? Game Boy Advance oder Nintendo DS? In unseren Kinderzimmern galt es damals nur eine Entscheidung zu treffen: LEGO oder Playmobil? Wer beides spielte, hört heute „eigentlich alles“. Mit fünf Jahren bekam ich den ersten LEGO-Bausatz und die kleinen Steinchen wurden zum Star meiner Kindheit. Ich baute Burgen, Städte, Schiffe. Schuf Häuser, Planeten, fremde Welten. Ich zählte Noppen, machte Pläne. Durchwühlte Stunde um Stunde die LEGO-Ber­ge auf der Suche nach dem entscheidenden Teil. Ich setzte heimlich die letzten Steine, als meine Mutter schon das Licht ausgemacht hatte. Heute entdecken auch Unternehmen die schöpferische Kraft der bunten Steine: In Kursen konstruieren die Teilnehmer Landschaften und Modelle aus LEGO, erzählen Geschichten und spielen verschiedene Szenarien durch. Sie sollen „durch ihre Finger denken“. Das Bauen wirkt als Katalysator bei der Lösung schwieriger Probleme und Situationen. Schade, dass zeitgleich das Kinderspielzeug LEGO seinen Charme verliert: Während die Frau Mama ein Tütensüppchen zaubert, steckt der Sohnemann die drei verbliebenen Teile der großen Ritterburg zusammen. Will man Kinder für dumm verkaufen, kann man sie auch Playmobil spielen lassen.