re-designed. re-everythinged.

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Lange nichts mehr gehört von den Jungs hier. Jetzt sind sie unterdrei. Wenn das mal gut geht! Das Design steht noch nicht ganz, aber bis zum offiziellen Relaunch wird auch der Rest justiert. Wer sich trotzdem schon hierher verirrt hat, kann gerne einen Kommentar hinterlassen.

(Welche Funktion fehlt noch? Richtig!) Jetzt geht auch das!

Textabsonderungsstelle

Wo befindet sich die grauenhafteste Textabsonderungsstelle? Dr. Michael Meissner weiß es: Bei der Pressestelle der Linken.

Solche Aussagen lassen mich aufhorchen an diesem Wochenende. Als am Freitag ein Dozent zugab, dass er außer für die Linken auch für andere Parteien arbeitet, wurde er mit Blicken gelyncht getadelt. Nicht so bei diesem Herrn. Er ist Dozent für Theorie und Praxis der Presse an der FU Berlin. Da haben die Genossen schon ein bisschen mehr Respekt.

Redigieren von Texten und Pressemitteilungen. Das wollen wir lernen – soweit das in zwei Stunden zu schaffen ist.

Bevor wir aber zum praktischen Teil (Üben anhand einer Pressemitteilung der Linken) übergehen, gibt es einen längeren aber durchaus kurzweiligen Vortrag zur Theorie. Da deckt sich vieles mit dem, was wir im ersten Semester in der Textwerkstatt gelernt haben.

A propos Textwerkstatt: Meissner erzählt, in seinem Institut gebe es für die praktischen Übungen keine Noten. Das sei genau so schwachsinnig wie Noten im Deutschunterricht.

Meine Studenten kennen nicht einmal mehr den Unterschied zwischen anscheinend und scheinbar, spricht’s und schaut in betretene Gesichter. Das Ganze erinnert mich an eine Mischung aus Wolf Schneider und Bastian Sick. Moment, sagte ich Schneider?

Ein einziges Buch könne er empfehlen, ansonsten sei der Mann ein Gesinnungslump, ein Faschist im Tarnanzug. Aber der ist ja schon über 80. Die biologische Endlösung kommt gewiss, wie ich immer sage.“

Das Zeilengeld ansprechend führt er das mir bislang unbekannte Wort unkürzbar ein. Seine Theorie klingt kalt aber realistisch: Ein geschickter Freier schreibt so, dass sein Text unkürzbar ist. Er sei darin immer Meister gewesen.

Es bleibt ein fachlich korrekter Vortrag und ein Dozent, der für gute verständliche Schreibe wirbt.

Am Ende wirbt Meissner dann noch für etwas anderes: Für Meissner. Der sei jederzeit zu buchen, schreibe Weblog und koste Parteifreunde nur 200 Euro plus Reisekosten.

Achja. Eins noch: Webseiten gestalten kann er auch (sagt er).

Ich bin nicht K. Riechers

Da ich schon von meinem eigenen Vater gefragt wurde, ob ich der Verfasser dieses Artikels bei bild.de sei, wollte ich hier nur kurz verlautbaren: Ich bin nicht K. Riechers.

Auch wenn es leider nicht auf alle meine Artikel der Vergangenheit zutrifft, zeichne ich – die meisten wissen es – grundsätzlich als Kersten A. (sprich: A-Punkt) Riechers.

Das Kürzel kar habe schließlich schon seit meiner Kindheit.

Spiegel Online trinkt Wein

Die Textwerkstatt lehrt uns zur Zeit den Umgang mit Interviews.
Was mich persönlich immer stört: Der Fragensteller steht oft völlig im Hintergrund.

Das Interview ist eine der persönlichsten journalistischen Formen überhaupt. Deshalb steht vor jeder Antwort auch der Name des Befragten (Hoffmann) aber die Fragen stellen immer nur FAZ, Spiegel, SZ oder ZEIT.

Warum? Da fragt doch nicht eine ganze Zeitung, sondern (zumeist) ein einzelner Mensch. Zugegeben: Es soll Objektivität und Distanz vermittelt werden. So als hätte auch jeder andere Redaktionskollege die Fragen stellen können. Deswegen fragt die Zeitung selbst.

Dann möchte ich aber gerne wissen, ob es bei diesem Spiegel-Interview mit Dustin Hoffman für die gesamte Redaktion Rotwein gab.

Ich bezweifle es, klicke mich vor bis auf Seite zwei, scrolle ganz nach unten und weiß nun: Es trinkt Christian Aust.